Katholische Kirche : Papst erkennt chinesischen Bischof an

Papst Benedikt hat bereits den zweiten von Chinas Führung eingesetzten Bischof akzeptiert und wendet sich damit immer mehr gegen die katholische Untergrundkirche im Land, die sich weiterhin nur Rom verpflichtet sieht.

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Mit Chinas Führung seit längerem über Kreuz: Papst Benedikt. -Foto: dpa

PekingAls mögliches Zeichen für eine bessere Atmosphäre zwischen dem Vatikan und der chinesischen Staatskirche hat der Papst die Einsetzung eines neuen Bischofs anerkannt. Dabei handelt es sich um den 40-jährigen Xiao Zejiang, der in der Kathedrale von Guiyang zum Koadjutor-Bischof von Guizhou geweiht worden war. Nach Angaben der katholischen Nachrichtenagentur AsiaNews hat der Vatikan die Gläubigen der Diözese von seiner Billigung unterrichtet. Eine entsprechende Notiz sei in allen Messen verkündet worden.

Ende Juli hatte der Papst schon die Wahl von Josef Li Shan zum neuen Bischof von Peking anerkannt. In beiden Fällen folgte der Heilige Stuhl damit den Entscheidungen der Patriotischen Vereinigung, die an der Spitze der Staatskirche steht und den Papst nicht als Oberhaupt der katholischen Kirche in China akzeptiert. Die Ernennung von Bischöfen ist neben der Verfolgung der Untergrundkirche Hauptstreitpunkt und findet vor dem Hintergrund des jüngsten Appells des Papstes zur Aussöhnung besondere Aufmerksamkeit.

Untergrundbischof Han Dingxiang unter mysteriösen Umständen gestorben

Die chinesische Kirche ist gespalten in die etwa fünf Millionen Gläubige zählende Staatskirche und die schätzungsweise doppelt so große Untergrundkirche, die dem Papst gegenüber loyal ist. Einer der inhaftierten Untergrundbischöfe, der 71-jährige Han Dingxiang, der die Hälfte seines Lebens in Haft gesessen hat, ist nach Angaben der in den USA ansässigen Kardinal Kung-Stiftung am Sonntag aus unbekannten Gründen gestorben.

Der seit 1999 in der Provinz Hebei inhaftierte Bischof der Yongnian-Diözese sei nur sechs Stunden nach seinem Tod in den frühen Morgenstunden des Montags eingeäschert worden. Niemand in seinem Umfeld habe etwas von einer Krankheit gewusst, bis Verwandte ans Todesbett gerufen worden seien, berichtete die Stiftung. Der 1989 zum Bischof geweihte Han Dingxiang hatte schon von 1960 bis 1979 in einem Arbeitslager gesessen und war insgesamt 35 Jahre seines Lebens in Haft oder Gewahrsam festgehalten worden.

In einem Brief an die Katholiken Chinas hatte der Papst Ende Juni die Ernennung von Bischöfen durch die Staatskirche als unvereinbar mit dem Kirchenrecht abgelehnt, aber die Hoffnung geäußert, den Konflikt - wie auch im sozialistischen Vietnam - durch einen besonderen Wahlmodus beilegen zu können, der ihm Mitsprache sichert. (mit dpa)

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