Politik : Katholische Kirche: Weltkirchenrat fürchtet um Ökumene

Mit großer Sorge um den ökumenischen Dialog hat der Weltkirchenrat auf die Vatikan-Erklärung "Dominus Iesus" reagiert. Als Folge des Papiers, das den Absolutheitsanspruch der katholischen Kirche bekräftigt, fürchtet der Ökumenische Rat der Kirchen nach Angaben vom Mittwoch aus Genf eine Beeinträchtigung des Dialogs. Der katholische Theologe Hans Küng kritisierte die Amtskirche scharf. Er warf ihr eine Mischung aus mittelalterlicher Rückständigkeit und "vatikanischem Größenwahn" vor. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, geht indessen nicht davon aus, dass die ökumenischen Verhandlungen ins Stocken geraten. Im Gegenteil würden mit der Erklärung gerade die seit 20 Jahren "aus Höflichkeit" brachliegenden Fragen nun intensiver angegangen, sagte Lehmann. Dagegen erklärte Tom Best, der Mitarbeiter des Weltkirchenrat-Teams für Glauben und Kirchenverfassung ist, am Mittwoch: "In der ökumenischen Bewegung sind eine ganze Reihe sehr komplexer Gespräche über die Beziehungen der Kirchen zueinander im Gang, und es wäre ein großer Verlust, wenn solche Gespräche durch Formulierungen, die eine weitere Diskussion dieser Frage ausschließen, behindert oder beeinträchtigt würden." Im Weltkirchenrat sind über 330 Kirchen aus etwa 120 Ländern zusammengeschlossen. Die katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet aber in einigen Gremien mit.

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