Politik : Katsav gesteht und tritt zurück

Tel Aviv - Der wegen sexueller Vergehen angeklagte scheidende Staatspräsident Israels, Mosche Katsav, soll durch eine Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft einer Gefängnishaft entgehen. Generalstaatsanwalt Menachem Masus gab am Donnerstag in Jerusalem Einzelheiten einer entsprechenden schriftlichen Vereinbarung bekannt.

Katsav hat demnach sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen in zwei Fällen sowie Zeugenbelästigung zugegeben und muss den Frauen Entschädigung zahlen. Zudem muss er aus eigener Tasche Geld für Silberkelche in die Staatskasse zurückzahlen, die er bei einer privaten Feier verteilt hatte. Dafür sind weitere Anklagepunkte wegen Vergewaltigung und Korruption fallen gelassen worden. Katsav, der sein Amt seit Januar ruhen lässt, soll laut Masus eine Bewährungsstrafe erhalten und als „Akt der Verantwortung“ in aller Form zurücktreten. Zu seinem Nachfolger wurde kürzlich Schimon Peres gewählt, der vom 15. Juli an Israels Staatsoberhaupt sein wird.

Der Generalstaatsanwalt erklärte, er habe sich bei einer Anhörung in einigen Punkten von den Anwälten Katsavs überzeugen lassen, die auch neue Beweise vorgelegt hätten. Eine außergerichtliche Einigung habe er jedoch abgelehnt. Man habe sich letztlich auf eine abgeschwächte Anklageschrift geeinigt. Katsav teilte mit, er habe der Übereinkunft zugestimmt, weil ihm und seiner Familie die Kraft für einen langen Prozess fehlten. Er habe nur zugegeben, seine Mitarbeiterinnen aus Sympathie geküsst und umarmt zu haben. Insgesamt hatten sich zehn Frauen über Katsav beschwert. Die erste Beschwerdeführererin, deren Vorwürfe ganz fallen gelassen wurden, hat bereits eine Klage vor dem Obersten Gericht in Jerusalem gegen die Vereinbarung eingereicht. dpa

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