Politik : Kauder verteidigt Wahlteam der Union gegen Seehofer-Kritik

Cordula Eubel

Berlin - Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat die Zusammensetzung der Wahlkampfmannschaft von Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) kritisiert. Es fehle eine authentische Stimme aus dem Sozialflügel, sagte Seehofer der „Neuen Presse“ aus Hannover. In der CDU-Spitze gab es für die Schelte des CSU-Sozialexperten wenig Verständnis. CDU-Generalsekretär Volker Kauder sagte, der soziale Bereich sei im „Kompetenzteam“ mit dem saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller und der niedersächsischen Sozialministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) abgedeckt. Er wertete Seehofers Vorwurf „als Versuch, sich in der Öffentlichkeit wieder zurückzumelden“.

Auch aus der CSU kam Widerspruch. Generalsekretär Markus Söder bezeichnete Seehofers Kritik als „absolute Einzelmeinung“, die „überflüssig“ sei. Das Team sei „hervorragend“, die CSU stehe voll dahinter, sagte Söder der „Rheinischen Post“. Der neu gewählte Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse, Karl-Josef Laumann, lobte, dass in Merkels Wahlkampfteam „wichtige Vertreter des christlich-sozialen Flügels für Schlüsselpositionen vorgesehen“ seien.

In letzter Zeit hatte Seehofer signalisiert, er stünde im Falle eines Regierungswechsels als Minister bereit. Ein Kabinettsposten für Seehofer galt in der Union aber als ausgeschlossen. Seehofer lehnt die Gesundheitsprämie als Finanzierung für die Krankenversicherung ab, ein zentrales Projekt von Merkel. Deshalb zog er sich 2004 aus der Spitze der Bundestagsfraktion zurück.

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