Kaukasus-Konflikt : Human Rights Watch: Russland soll Streubomben eingesetzt haben

Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat Russland im Kaukasus-Konflikt eine der gefährlichsten Waffenarten der Welt eingesetzt: Streubomben. Die russische Armee hingegen weist die Vorwürfe zurück.

MoskauIm Kaukasus-Konflikt mit Georgien hat Russland nach Informationen von Human Rights Watch (HRW) Streubomben eingesetzt. Wie die Menschenrechtsorganisation am Freitag mitteilte, sollen Bomben des Typs RBK-250 am 12. August auf die georgische Stadt Gori und deren Umland abgeworfen worden sein. Zu diesem Schluss sei HRW durch Interviews mit Opfern, Medizinern und der georgischen Armee gekommen. Hinweise lieferten demnach auch Videos, die während des Abwurfs der Bomben gedreht wurden, sowie Fotos von den Einschlägen.

Laut HRW wurden durch die Bomben mindestens elf Menschen getötet und zahlreiche andere verletzt. In dem Ort Ruisi in der Nähe von Gori kamen demnach drei Menschen ums Leben, in Gori selbst seien mindestens acht Menschen durch Streubomben getötet worden, darunter auch ein niederländischer Journalist. Gori liegt unweit der abtrünnigen georgischen Provinz Südossetien.

Russland: Das ist eine weitere Desinformation

Russland hat Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch über einen Einsatz von international umstrittener Streumunition durch seine Truppen in Georgien dementiert. "Wir haben die sogenannten Cluster-Bomben nicht eingesetzt, weil das nicht nötig war", sagte der stellvertretende Generalstabschef Anatoli Nogowizyn am Freitag.

Nach Angaben eines ranghohen Sprechers des russischen Verteidigungsministeriums habe sich Human Rights Watch unter anderem auf Berichte georgischer Militärs berufen, die aber keine unparteiischen Experten seien. "Das ist eine weitere Desinformation, die Georgien in Umlauf gesetzt hat", sagte der Militärsprecher.

Streubomben zählen zu den gefährlichsten Waffenarten der Welt, weil sie eine Vielzahl kleinerer Bomben enthalten. Viele dieser Mini-Bomben gehen beim Aufprall auf dem Erdboden nicht sofort hoch, sondern liegen jahrelang als unentdeckte Gefahr im Gelände. Russland zählt nicht zu den Ländern, die Ende Mai in Dublin ein Abkommen zum Verbot von Streumunition vereinbart haben. (lwi/AFP/dpa)



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