Kaukasus-Konflikt : Russland erwägt angeblich Öllieferstopp

Der Streit um Russlands Vorgehen im Kaukasus-Konflikt spitzt sich weiter zu: Medienberichten zufolge könnte Moskau Deutschland und Polen den Ölhahn zudrehen. Grund für die angebliche Drohung sind offenbar Überlegungen in der EU, Sanktionen gegen Russland zu verhängen.

LondonDer Konflikt zwischen Russland und Georgien gefährdet möglicherweise die Rohstofflieferungen nach Deutschland. Als Reaktion auf drohende EU-Sanktionen erwägt Russland einem Zeitungsbericht zufolge eine Drosselung seiner Öllieferungen in den Westen. Wie die britische Zeitung "Daily Telegraph" berichtet, machen in Moskau Berichte die Runde, wonach die Ölgesellschaften vom Kreml die Anweisung erhalten hätten, eine Kürzung der Lieferungen an Deutschland und Polen durch die Pipeline "Druschba" vorzubereiten.

Mitarbeiter des Ölkonzerns Lukoil sollten darauf vorbereitet sein, die Öllieferungen möglicherweise bereits am Montag zu stoppen, berichtet das Blatt unter Berufung auf einen führenden Branchenvertreter weiter. Für Montag ist in Brüssel ein Sondergipfel der EU anberaumt. Dort wollen die Staats- und Regierungschefs über mögliche Sanktionen gegen Russland sprechen. Insbesondere die ehemaligen Ostblockstaaten in der EU sowie die Skandinavier plädieren für ein härteres Vorgehen gegen Russland.

Unterdessen erwägt die Bundesregierung den Aufbau nationaler Erdgasreserven, um im Falle von Lieferunterbrechungen die Versorgung gewährleisten zu können. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wolle entsprechende Vorschläge prüfen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Bislang gibt es in Deutschland lediglich eine nationale Ölreserve, die die Versorgung für 90 Tage sichert. Aufgebaut worden war sie in Folge der ersten Ölkrise Mitte der 70er Jahre. (sf/ddp)

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