Kaukasus-Krise : Russland hat keine Angst vor Ausschluss aus G-8-Gruppe

Weitere Eskalation: Der russische Präsident Dmitri Medwedew bezeichnet den georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili als "politischen Kadaver". Die Forderungen, sein Land aus der G-8-Gruppe auszuschließen, hält er für US-Wahlkampftaktik.

MoskauDer russische Präsident Dmitri Medwedew hat Forderungen nach einem Ausschluss seines Landes aus der G-8-Gruppe auf die innere Logik des Wahlkampfs in den USA zurückgeführt. Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber John McCain wolle seine "Beliebtheitswerte" steigern, indem er diese Forderung äußere, sagte Medwedew am Dienstagabend im russischen Fernsehen. Daher fürchte Russland nicht den Ausschluss aus der G-8-Gruppe. Die Gipfeltreffen der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (USA, Kanada, Japan, Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland) wurden vor zehn Jahren zu G-8-Gipfeln mit Russland erweitert.
  
Nach dem Kaukasus-Konflikt betrachte Russland Michail Saakaschwili nicht mehr als georgischen Präsidenten, sagte Medwedew. Saakaschwili sei ein "politischer Kadaver", das "aktuelle georgische Regime bankrott". Die internationale Gemeinschaft solle sich daran erinnern, wer den Konflikt im Kaukasus begonnen habe, sagte der russische Staatschef weiter. Russland und Georgien werfen sich gegenseitig vor, für die Eskalation der Krise verantwortlich zu sein.

In ihrer Abschlusserklärung während des EU-Sondergipfels hatten die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder lediglich die russische Invasion in Georgien scharf kritisiert. Außerdem beschlossen sie, die weiteren Gespräche über ein neues Partnerschaftssabkommen mit Moskau so lange auszusetzen, bis Russland seine Truppen aus Georgien wieder abgezogen hat. Dies sieht der Sechs-Punkte-Friedensplan vor, den der französische EU-Vorsitz am 12. August mit Georgien und Russland vereinbart hatte. (yr/AFP)

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