Kaukasus : USA kritisieren Moskaus Militärpräsenz in Georgien

Die USA sind weiterhin unzufrieden mit der Präsenz russischer Truppen in den benachbarten abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien. Trotz eines Waffenstillstandsabkommens würden auf georgischem Gebiet weiterhin Straßensperren aufrecht erhalten, heißt es in einem Bericht.

WashingtonDas US-Außenministerium hat Zweifel daran geäußert, dass Russland das Waffenstillstandsabkommen für Georgien vollständig einhält. "Es stellen sich Fragen zur Anzahl und zu den Standorten der Soldaten", sagte Ministeriumssprecher Sean McCormack am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Washington. Die USA wollten ihre Bedenken deshalb am Mittwoch bei der internationalen Friedenskonferenz für den Kaukasus in Genf einbringen.
 
Russische Truppen hatten am 8. Oktober ihren Abzug aus den Pufferzonen zwischen Georgien und den abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien nach Angaben des französischen EU-Ratsvorsitzes abgeschlossen. Dies war im September in einem Abkommen, das Russlands Präsident Dmitri Medwedew und sein französischer Kollege Nicolas Sarkozy ausgehandelt hatten, festgelegt worden.
 
Nach Angaben von McCormack hält Moskau aber an der Grenze zu Südossetien weiter eine Straßensperre aufrecht, die sich auf georgischem Gebiet befindet. Zudem beschuldigte er Russland, eine weitere Vereinbarung, die bereits im August mit Frankreich getroffen worden war, nicht einzuhalten. So habe Moskau seine Truppenzahlen in Südossetien und Abchasien nicht wieder auf die Stärke vor Ausbruch des Konflikts zurückgefahren. Statt der vereinbarten 3000 wolle Russland 7600 Soldaten in den beiden Regionen stationieren. (mpr/AFP)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben