Politik : Kaum noch Vertriebene in Albanien

GENF/SKOPJE/PRISTINA . Trotz Warnungen vor Minen und Sprengfallen schwillt der Strom heimkehrender Albaner in das Kosovo weiter an. Allein 173 000 Menschen seien seit dem Wochenende überstürzt in ihre zerstörte Heimat zurückgekehrt, teilte am Dienstag das UN-Flüchtlingshilfswerk in Genf mit. Tags zuvor hätten mindestens 37 000 Flüchtlinge und Vertriebene die albanische Grenze zum Kosovo überschritten. In Nordalbanien harren nur noch wenige hundert Vertriebene in den Camps aus. Sprecher der Kosovo-Friedenstruppe (KFOR) warnten am Dienstag in Pristina nochmals eindringlich vor der Minengefahr und nicht explodierter Munition. Nach US-Einschätzung wird die Entminung drei bis fünf Jahre dauern.

US-Präsident Bill Clinton rief am Dienstag bei einem Kurzbesuch in Mazedonien dazu auf, den Stabilitätspakt für den Wiederaufbau Südosteuropas nach dem Kosovo-Krieg zum Erfolg zu verhelfen. Die USA wollten dabei ihren Anteil leisten, sagte Clinton in der Hauptstadt Skopje. Er dankte dem Land, das Tausende von Flüchtlingen aufgenommen und Stützpunkte für die westliche Allianz zur Verfügung gestellt hatte.

Zuvor hatte sich der US-Präsident für eine Ablösung des jugoslawischen Präsidenten Milosevic ausgesprochen. US-Außenministerin Albright warnte Serbien, daß es mit Milosevic nicht auf Unterstützung für den Wiederaufbau rechnen könne. Nur eine "demokratische und rechtsstaatliche Bundesrepublik Jugoslawien wird eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Region haben", sagte sie. Jugoslawiens Bundesparlament will am Donnerstag über die Aufhebung des Kriegszustandes beraten.

Rußlands Präsident Jelzin forderte das Parlament formell auf, der Entsendung von 3600 russischen Soldaten für die Kosovo-Friedenstruppe zuzustimmen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben