Politik : Kein Kiez für die Bundeswehr

-

Berlin - Die Bundeswehr will alles richtig gemacht haben – daran ändert sich auch nichts, nachdem sich Friedbert Pflüger eingeschaltet hat. Dem Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium und Berliner CDU-Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl war offenbar wegen eines Vorgangs in Köln nicht ganz wohl. Ein Hotel in der Domstadt war von einer internen Unterbringungsliste der Bundeswehr genommen worden – weil es sich in einem Viertel mit Bars und Sexshops befindet, die von Homosexuellen frequentiert werden.

Als jemand, der Homosexuelle diskriminiere, wollte Pflüger nicht gelten – gleich nach dem Berliner Christopher Street Day (CSD) am Wochenende, den er mit eröffnet hatte, forderte er deshalb eine Bewertung und Stellungnahme zu dem Fall an. Die liegt nun vor. Das knappe Ergebnis verkündete eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums: „Die Prüfung hat ergeben, dass das Verfahren nicht zu beanstanden war.“ Pflüger selbst äußerte sich am Freitag nicht mehr zu dem Vorgang. Noch am Montag hatte er per Interview das „klare Signal in das Ministerium“ verkündet, dass die Diskriminierung von Homosexualität inakzeptabel sei.

Offen bleibt, ob Pflüger mit der Prüfung der Angelegenheit nun zufrieden ist oder nicht. Die Ministeriumssprecherin betont, sie könne nur für ihre Behörde, nicht aber für den Staatssekretär sprechen. Praktisch kommt das Kölner Hotel nicht zurück auf die interne Empfehlungsliste der Bundeswehr. Wolle einer das Haus dennoch unbedingt buchen, sei es dann dessen Privatsache und auch auf Dienstreisen nicht verboten. Die „Freiheit der sexuellen Orientierung“, heißt es, werde die Bundeswehr nicht einschränken. m.m.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben