Politik : Kein Machtwechsel in Malaysia

Kuala Lumpur - Umfragen vor der Wahl in Malaysia hatten eine Sensation erwarten lassen – erstmals nach 56 Jahren wackelte die herrschende Nationale Front. Doch es kam anders: Die Opposition unterlag am Sonntag wieder. Die Nationale Front gewann schon vor Auszählung aller Stimmen 112 Sitze und konnte sich damit zumindest eine einfache Mehrheit im Parlament sichern. Das Oppositionsbündnis Volksallianz kam zu diesem Zeitpunkt erst auf 58 der 222 Sitze. Mehr als 80 Prozent der Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben – so viele wie noch nie.

Der Anführer der Volksallianz, Anwar Ibrahim, weigerte sich, die Niederlage einzugestehen. „Bei dieser Wahl wurde unserer Ansicht nach betrogen und die Wahlkommission hat versagt“, sagte Anwar. Sein Bündnis habe den Kampf um „20 bis 30 Sitze“ sehr knapp verloren. Man prüfe nun „alle denkbaren juristischen Möglichkeiten“. Ministerpräsident Najib Razak forderte alle Parteien auf, „im Interesse des Landes“ das Wahlergebnis zu akzeptieren. Der Wahlausgang zeige „einen Trend zur Polarisierung, der der Regierung Sorgen macht“.

Die seit der Unabhängigkeit von Großbritannien autokratisch regierende Nationale Front war einst Mehrheiten von bis zu 90 Prozent der Sitze gewohnt. 2008 kam sie mit knapp über 50 Prozent auf fast zwei Drittel der Sitze. dpa/AFP

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