Politik : Kein Pardon

Wer in Frankreich an Krawallen teilnimmt, bekommt mindestens zwei Monate Haft und 3750 Euro Strafe

Christian Tretbar

Paris - Paris in Alarmbereitschaft. Über 3000 Polizisten waren am Samstag in der französischen Hauptstadt im Einsatz. Auf dem Champs-Elysee, am Place de la Bastille, vor dem Centre Pompidou und dem großen Einkaufszentrum Les Halles sowie vor vielen anderen neuralgischen Punkten der Stadt standen Mannschaftsbusse der Polizei bereit. An Bahnhöfen und in den Metrostationen patroullierten mehr Polizisten als normalerweise üblich. Trotzdem blieb die Stimmung bis zum Ende des Spiels zwischen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und der Equipe Tricolore im „Stade de France“ von geschäftiger Normalität geprägt. Niemand wollte sich von Aufrufen zu „gewalttätigen Aktionen“ in einigen Internetforen verunsichern lassen. Die Polizei hatte ihre Sicherheitsvorkehrungen in der ganzen Stadt verschärft und sogar ein Versammlungsverbot für die Zeit zwischen Samstagvormittag 10 Uhr und Sonntagmorgen 8 Uhr ausgerufen. „Es sind alle Versammlungen verboten, die zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen könnten“, hieß es in einer Mitteilung der Pariser Präfektur. Das Fußballspiel war davon nicht betroffen. Die Polizei verdoppelte die Zahl ihrer Einsatzkräfte für das Spiel im Vergleich zur sonst üblichen Anzahl. Das Stadion liegt mitten in St. Denis, wo es in den vergangenen Nächten immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei kam.

Den Pariser Tankstellen ist es verboten worden, Benzinkanister zu füllen oder zu verkaufen. Wer gegen das Versammlungsverbot verstößt und an Krawallen beteiligt ist, dem drohen mindestens zwei Monate Haft und eine Geldstrafe von 3750 Euro. In der vergangenen Nacht ist die Zahl der brennenden Autos und der verhafteten Personen in ganz Frankreich wieder leicht gestiegen. 502 Autos standen in Flammen. In der Nacht zuvor waren es noch 463. Vor allem in der Provinz ging die Zahl der brennenden Autos wieder nach oben. In Saint-Quentine erlitt ein Polizist im Gesicht schwere Verbrennungen als ein Molotowcocktail direkt vor ihm explodierte. In der Region Paris ist die Zahl der brennenden Autos dagegen wieder leicht zurückgegangen. 86 Autos brannten hier.

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