Politik : Kein Streik – neuer Tarif an der Charité

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Berlin – Nach einjährigem Tarifstreit über die Arbeitsbedingungen der Mediziner am Berliner Uniklinikum Charité haben sich die Tarifpartner am Freitag überraschend geeinigt. Der Klinikärzteverband Marburger Bund und die Charité unterzeichneten einen „Vorschalttarifvertrag“, der Arbeitszeit und Vergütung regelt, bevor die bundesweiten Tarifverhandlungen stattfinden. Einen Ärztestreik wird es somit nicht geben. Der Charité-Vorstand muss noch zustimmen.

In dem Übergangstarifvertrag sind Regelungen vereinbart, die die Arbeitsbedingungen für die knapp 2000 angestellten Ärzte und wissenschaftlichen Mitarbeitern an den drei Berliner Standorten Steglitz, Mitte und Wedding verbessern. So einigten sich beide Seiten darauf, künftig die Arbeitszeiten aller Mediziner elektronisch genau zu erfassen. Überstunden sollen in Form von Freizeitausgleich abgegolten werden. Wo das nicht möglich ist, sollten sie ausgezahlt werden, sagte Charité-Klinikumsdirektor Behrend Behrens.

Zudem wurde die Arbeitszeit von Ärzten in den Ost- und West-Bezirken vereinheitlicht: Beide arbeiten statt 40 beziehungsweise 38,5 Stunden nunmehr 42 Stunden. Stunden im Bereitschaftsdienst werden mit 95 statt 80 Prozent bezahlt – verkürzt werden die Dienste nicht. Es gibt zudem eine „Arztzulage“. Arbeitsverträge sollen künftig auf mindestens zwei Jahre abgeschlossen werden. Die Berliner Ärztekammer begrüßte die Einigung als „wichtigen Beitrag für den Gesundheitsstandort Berlin“. Auch Wissenschaftssenator Thomas Flierl (Linkspartei/PDS) gab sich erleichtert: Mit der Einigung könne „erheblicher Schaden für die wirtschaftliche Situation der Charité abgewendet“ und die „reibungslose Versorgung der Patienten gesichert“ werden. kög

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