Politik : Kein Zeitplan für Abrüstung von Nordkorea

Peking - Die Sechsparteiengespräche in Peking sind am Freitag ohne den erhofften Fahrplan für die atomare Abrüstung Nordkoreas zu Ende gegangen. In den dreitägigen Verhandlungen konnten sich die Unterhändler nicht mit Nordkorea auf Fristen zur Offenlegung und Beseitigung seines Atomwaffenprogramms einigen. Zum Abschluss kamen die Delegationen Nordkoreas, der USA, Chinas, Südkoreas, Japans und Russlands lediglich überein, dass Arbeitsgruppen vor Ende August zusammenkommen werden, um Details und Pläne zu diskutieren. Anfang September wollen sich die Delegationen erneut in Peking treffen, um einen Fahrplan auszuarbeiten. Dann sei so schnell wie möglich ein Außenministertreffen in der chinesischen Hauptstadt geplant.

Die USA hatten eigentlich einen festen Zeitplan angestrebt. US-Unterhändler Christopher Hill bekräftigte, nach der Schließung der umstrittenen Atomanlagen in Jongbjon wollten die USA weiterhin die zweite Phase bis Jahresende abschließen. Er machte jedoch deutlich, dass noch nicht klar sei, was unter Offenlegung und Unbrauchbarmachen aller Atomanlagen genau verstanden werde. Auch müssten in den Arbeitsgruppen die Details für die Öllieferungen ausgearbeitet werden, da Nordkorea nur etwa 50 000 Tonnen im Monat aufnehmen könne. Andere Methoden oder Unterstützung als Ersatz für Öllieferungen müssten erwogen werden. Die USA wollten derzeit keine Fristen setzen, die nicht erfüllt werden könnten oder nur theoretisch Bestand hätten, so Hill.

Die Delegationschefs äußerten nach der Gesprächsrunde in einer gemeinsamen Erklärung ihre Zufriedenheit über die konstruktiven Bemühungen im Sechserprozess. Nordkorea habe bekräftigt, seine Verpflichtungen zur Auflistung und Beseitigung aller Nuklearprogramme zu erfüllen. Im Gegenzug werde das Land Wirtschafts- und Energiehilfen sowie humanitäre Unterstützung erhalten. Damit bekräftigten sie das Abkommen vom Februar. Chinesische Experten äußerten sich dagegen skeptisch. Nach der noch vergleichsweise einfachen Schließung der Atomanlage in Jongbjon werde Nordkorea künftig alle möglichen Forderungen erheben, die die Stabilität, Sicherheit, Sanktionen oder die Beziehungen mit den USA beträfen. dpa

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