Politik : Kein Zweifel an der Vereinigung Umfrage: Aber Kritik am Aufbau Ost

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Berlin Die Deutschen zweifeln nicht an der Richtigkeit der Wiedervereinigung. Knapp 15 Jahre nach dem Mauerfall sind 83 Prozent der Meinung, dass die Vereinigung der beiden deutschen Staaten richtig war. Das hat die Forschungsgruppe Wahlen herausgefunden. Dazu befragte sie vom 21. bis 29. September 1683 Bürger.

Erhebliche Meinungsverschiedenheiten gibt es zum Thema Aufbau Ost. Bei der Bewertung des Fördervolumens sagen vier Prozent der Ostdeutschen, aber 50 Prozent der Westdeutschen, dass die neuen Bundesländer „zu viel“ finanzielle Hilfe erhalten. Umgekehrt reklamieren im Westen lediglich sechs, im Osten aber 29 Prozent „zu wenig“ Beihilfen. Dass der Umfang der Transferleistungen „gerade richtig“ sei, sagen im Westen 34 und im Osten 56 Prozent der Befragten. Mehr Einvernehmen gibt es bei der Kritik am Mitteleinsatz. 66 Prozent aller Befragten – 60 im Osten und 67 Prozent im Westen – haben Zweifel am sinnvollen Gebrauch der Fördermittel. Lediglich 21 Prozent der Deutschen glauben, dass die Hilfen an den richtigen Stellen zum Einsatz kommen.

Schließlich hängt auch die Bewertung, wer am ehesten von der Einheit profitiert hat, maßgeblich vom Wohnort der Befragten ab – der eigene ist es allerdings in den wenigsten Fällen. Denn während im Westen mit 47 Prozent fast jeder Zweite die Ostdeutschen als hauptsächliche Nutznießer der Wiedervereinigung benennt, ist dies im Osten selbst mit 15 Prozent nur gut jeder Sechste. Umgekehrt bezeichnen 35 Prozent der Ostdeutschen die Bürger im Westen als überwiegende Profiteure, im Westen selbst sehen sich nur zehn Prozent als Gewinner. Allerdings sagen im Osten 37 Prozent und im Westen 20 Prozent der Befragten, dass die Einheit beiden Seiten gleichermaßen genutzt hat. Tsp

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