Politik : Keine Einigung über Klimaschutz: UN fürchten Scheitern der Konvention von Kyoto

Die Klimakonferenz in Den Haag im November ist nach dem negativen Verlauf des Vorbereitungstreffens in Lyon vom Scheitern bedroht. Sowohl UN-Experten wie auch internationale Umweltgruppen bewerteten das mehrtägige Treffen von 1700 Experten aus 154 Ländern in der südfranzösischen Stadt am Freitag als enttäuschend. "Hier gab es keinen Willen, zu Resultaten zu kommen", kritisierte der UN- Experte Harald Dovland auf einer Abschluss-Pressekonferenz.

Umweltgruppen, aber auch die kommunistische französische Gewerkschaft CGT zogen eine negative Bilanz und sprachen von weiter offenen Fragen in den wichtigsten Bereichen. "Die Erde erwärmt sich, und Lyon wird daran nichts ändern", brachte es Greenpeace auf den Punkt. Die Organisation beschuldigte die USA, Kanada, Australien und Japan, kein ernsthaftes Interesse an einer Reduzierung des Schadstoff-Ausstoßes zu haben. Sie versuchten, sich Schlupflöcher zu sichern, um den eingegangenen Verpflichtungen zu entgehen.

Wissenschaftler hätten ausgerechnet, dass eine Umsetzung der Pläne dieser Länder im Jahre 2010 statt zu einer fünfprozentigen Reduktion zu einer 20-prozentigen Zunahme des Schadstoff-Ausstoßes gegenüber 1990 führen würde. Eigentlich sollte im November die Umsetzung des Abkommens von 1997 zur Reduktion der Treibhausgase von Kyoto abgeschlossen werden.

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