Politik : Keine Einigung zwischen Republikanern und Unionisten in Sicht

Die schwere Krise, in der sich der 1998 begonnene Friedensprozess für Nordirland befindet, hat sich am Donnerstag weiter verschärft. Der Präsident der republikanischen Sinn-Fein-Partei, Gerry Adams, zeigte sich bei einer Rede in New York so pessimistisch wie noch nie über die Aussichten auf eine Einigung zwischen Republikanern und pro-britischen Unionisten zur Bildung einer gemeinsamen nordirischen Regionalregierung.

Politiker der Konfliktparteien kehrtennach drei Tagen erfolgloser Verhandlungen in London am Donnerstag in ihre Parteizentralen in Belfast zurück und berieten über das weitere Vorgehen.

Währenddessen nahm die irische Polizei unweit der Hauptstadt Dublin zehn Männer fest. Sie werden verdächtigt, republikanische Extremisten zu sein und Anschläge in Nordirland zur Störung des Friedensprozesses vorbereitet zu haben.

Die Männer wurden bei Schießübungen in einem unterirdischen Schießstand festgenommen. Es wurden auch Waffen - unter anderem eine Maschinenpistole und ein schweres Maschinengewehr - beschlagnahmt.

"Unter dem Strich glaube ich, dass die Verhandlungen vermutlich nicht erfolgreich sein werden", sagte Gerry Adams bei einem Essen in New York, mit dem die republikanische Sinn-Fein-Partei in den USA um Spenden bat. Diese Äußerung ist die bisher pessimistischste des Chefs der Sinn Fein, dessen Partei als politischer Flügel der bewaffneten Untergrundorganisation IRA gilt. Der Parteichef warf den Unionisten vor, "unerbittlich und dogmatisch an ihren Positionen festzuhalten".

Die protestanten Unionisten weigern sich, eine neue nordirische Regionalregierung unter Beteiligung von Sinn Fein zu bilden, falls nicht zuvor die IRA mit der Abgabe von Waffen beginnt. Sinn Fein und die IRA weigern sich jedoch, dies als Vorbedingung zu akzeptieren.

Der Chef der britischen Polizei in Nordirland (RUC), Sir Ronnie Flanagan, hatte in der Nacht zum Donnerstag erklärt, er habe wenig Zweifel daran, dass militante Abweichler im republikanischen Lager neue Anschläge vor allem entlang der Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland planten. Flanagan sagte, es gebe Anzeichen für zunehmende Spannungen zwischen der IRA und abtrünnigen Splittergruppen. Diese wollten den Friedensprozess in Nordirland scheitern lassen und verübten deshalb Terroranschläge.

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