Politik : Keine Gasmasken an die Palästinenser

Israel erklärt sich für nicht zuständig / Rotes Kreuz verlangt Hilfe für die Bewohner der besetzten Gebiete

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Jerusalem (dpa). Israel weigert sich, die rund drei Millionen Menschen in den besetzten Palästinensergebieten mit Gasmasken für einen möglichen irakischen Raketenangriff auszustatten. Dies berichtete am Dienstag die Tageszeitung „Jediot Achronot“. Danach haben Gespräche zwischen dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und Regierungsvertretern stattgefunden, die jedoch zu keinem Ergebnis geführt hatten. In Israel werden alle Einwohner, auch Ausländer, wegen der möglichen Bedrohung durch Bagdad derzeit mit Gasmasken ausgerüstet.

Das IKRK ist der Ansicht, dass Israel als Besatzungsmacht in den palästinensischen Autonomiegebieten nach der Genfer Konvention für die Sicherheit der unter ihrer Besatzung stehenden Bevölkerung verantwortlich ist. Dies bestätigte am Dienstag der IKRKSprecher Uriel Massad. Israel wiederum vertritt die Auffassung, dass die dicht bevölkerten Palästinensergebiete nach internationalem Recht nicht besetzt sind. Nach Angaben eines Armeesprechers ist die Armee lediglich bereit, Gasmasken an die Palästinenser in den vollständig von Israel kontrollierten Gebieten zu verteilen.

Nach dem Abkommen von Oslo 1993 ist die Autonomiebehörde für die Bevölkerung in den von den Palästinensern offiziell verwalteten Gebieten zuständig. Diese umfassen rund 42 Prozent des Westjordanlandes.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas betonte indes, ein Militärschlag gegen den Irak sei „unvermeidlich“. Die Vorbereitungen in Israel liefen nach Plan, es gebe keinen Grund zur Beunruhigung. Der israelische Zivilschutz verteilte Broschüren, um die Bevölkerung über Schutzmaßnahmen zu informieren.

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