Politik : Keine Nullrunde bei Renten?

Rainer Woratschka

Berlin - Nach vier Jahren Nullrunde könnten in diesem Jahr die Renten erstmals wieder geringfügig steigen. „Es sieht so aus, dass es zu leichten Erhöhungen kommen kann“, sagte der CDU-Rentenexperte Peter Weiß dem Tagesspiegel. Zu erwarten sei zum Juli eine Steigerung um „maximal 0,5 Prozent, vielleicht ein bisschen weniger“. Bisher war die Bundesregierung für 2007 von einer weiteren Nullrunde ausgegangen.

Die Inflationsrate würde mit der anvisierten Steigerung zwar nicht annähernd erreicht. Doch für Weiß ist es dennoch eine „kleine Sensation, die sich da anbahnt“. Offenbar nämlich habe sich die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter so erhöht, dass der Nachhaltigkeitsfaktor, der das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern beschreibt, die errechnete Rentenhöhe „erstmals nicht ins Minus zieht“. Noch 2006 habe dieser Faktor alle bescheidenen Lohnzuwächse „wieder weggefressen“. Würde er nun ins Plus wandern, könnte das zwei Ursachen haben. Erstens: Die Zahl derer, die aus der Arbeitslosigkeit herausgefunden haben, hat zugenommen. Zweitens: Die Zahl der Frührentner hat weiter abgenommen.

Das Ergebnis ist in beiden Fällen eine höhere Bruttolohnsumme mit der Folge einer Rentenerhöhung. Das würde die Koalitionäre kräftig aufmuntern. Es wäre, sagt SPD-Experte Klaus Brandner, „das Ergebnis guter Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik“. Allerdings gibt er sich noch ähnlich zurückhaltend wie die Deutsche Rentenversicherung. Deren Sprecher Dirk von der Heide beharrt darauf, dass man vor irgendwelchen Prognosen erst die März-Zahlen des Statistischen Bundesamtes abwarten müsse. Bis dahin gebe es zwei Unbekannte, von denen jede Rentenerhöhung abhänge: die Lohnentwicklung von 2005 auf 2006 und das neue Zahlenverhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern.

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