Politik : Keine Spur von Überhitztheit (Kommentar)

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Politbarometer sind keine Politthermometer. Zu flüchtig ist der Bürger Zuneigung, zu wankelmütig des Schicksals Gunst. So viel steht aber fest: Die Deutschen lieben, wie alle politischen Notengeber auf der Welt, die Gewinner. Und ein solcher war in deutschen Landen zuletzt allein Kurt Biedenkopf, der Sachsenbezwinger. Deshalb führt er, der alte Mann mit dem jungen Image, die Beliebtheitsskala der Politiker ab sofort an, deshalb wird Joschka Fischer, der Außenminister wieder in Friedenszeiten, zum erstenmal nur zweiter. Als ideologischer Bellizist hat die Öffentlichkeit ja ein anderer beschäftigt. Den Grabenkrieg zwischen alt und modern, tiefrot und red light hat Oskar Lafontaine, vom wirtschaftlichen Feldherrnhügel herabschreibend, überraschend gut überstanden. Verständnis und Ablehnung halten sich in des Bürgers Gunst die Waage. Hart allein ihr Votum: Er möge erfolgreich bleiben, da wo er ist. In seiner neuen Mitte, zwischen Buchdeckeln. Eine gute Rezension der Bürger allein für den reüssierenden Kämpfer Oskar im Politiker, wenn auch in eitel eigener Sache? Durchaus plausibel dies, betrachtet man den zweiten, den klar unterlegenen Kämpen, Jürgen Trittin. Die Schiedsrichter-Skala des deutlich mündigen Bürgers zeigt bei seinem Namen kein Beben mehr, er taucht nicht mal mehr unter den "wichtigsten Politikern" auf. Wäre das Polit-Barometer also ein Thermometer, zeigte es an: 36,9 Grad in der Achselhöhle. Keine Spur von Überhitztheit.

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