Politik : Keiner reißt sich um Bütikofers Nachfolge

Berlin - Nach dem angekündigten Rückzug von Grünen-Chef Reinhard Bütikofer sucht die Partei nach einem Nachfolger. Bütikofer will im Herbst in Erfurt nicht mehr an der Seite der Kovorsitzenden Claudia Roth antreten. Er will ins Europaparlament wechseln.

Der hessische Grünen-Chef Tarek Al-Wazir sagte der „Frankfurter Rundschau“: „Ich habe in Hessen wichtige Gestaltungsaufgaben zu erledigen.“ Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer will dem Vernehmen nach in seinem Amt bleiben und ebenfalls nicht an die Parteispitze wechseln. Der Europaabgeordnete Cem Özdemir sagte der „Leipziger Volkszeitung“ hingegen, er werde sich 2009 sicher in den Bundestagswahlkampf einbringen. „Wo und in welcher Position weiß ich momentan noch nicht.“ Entscheidend sei, dass die Grünen wieder in die Offensive kämen. „Wir müssten die stärkste der kleinen Parteien werden“, sagte er.

Bütikofer will sich nicht aus der Parteipolitik zurückziehen, wie er dem Bayerischen Rundfunk sagte. „Grüne Politik im Moment, in dieser ja nicht ganz übersichtlichen Lage, finde ich sehr spannend.“ Seit dem Machtverlust im Bund 2005 hätten die Grünen allerdings „nicht sehr viel Gehör gefunden“, gab er zu.

Fraktionsvorsitzende Renate Künast zeigte sich überzeugt, dass die Parteibasis die Entscheidung für ihre gemeinsame Spitzenkandidatur mit Jürgen Trittin bei der Bundestagswahl unterstützt. Es gebe seit Wochen und Monaten den Wunsch aus der Basis, eine Doppelspitze aufzustellen, sagte sie im Deutschlandfunk.

Unter Vertretern des realpolitischen Flügels gibt es Überlegungen, im Zuge eines Generationenwechsels auch den Posten von Parteichefin Claudia Roth neu zu besetzen. Dies sei aber nur in einer abgesprochenen Doppelkandidatur möglich, die beide Parteiflügel abdecke, hieß es. Nach Ansicht von Realpolitikern würde ein frühes Nennen potenzieller Kandidaten solche Pläne gefährden. Unterdessen erhielt Roth Rückendeckung vom linken Flügel ihrer Partei. Eine Gruppe linker Basisgrüner um den Parteirebelellen Robert Zion forderte ihre Wiederwahl und versprach ihr Unterstütztung.dpa/hmt

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