Kernenergie : Bundesregierung will Streit um Atomkraft beenden

Die Fronten im Streit um längere Laufzeiten der Atomkraftwerke bleiben hart: Die CSU sprach sich erneut für eine längere Nutzung aus, die SPD lehnt dies ab. Die Regierung möchte die Diskussion nun beenden.

Berlin - "Wichtig ist, diese Diskussionen sachbezogen zu führen auf der Basis der vorhandenen Fakten und dann am Ende auch zu gemeinsamen Positionen zu kommen", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Derzeit würden Modelle der Energieversorgung in Deutschland erarbeitet, damit Deutschland bis 2020 seine Klimaschutzziele erreichen könne. Dabei würden Fakten für einen sparsameren Umgang mit der Energie, zur Entwicklung der Preise und zum Einsatz der Kernenergie gewonnen.

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte sich mehrfach für längere Laufzeiten moderner Atommeiler stark gemacht, während Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) dies ablehnt. "Einen konkreten Zeitraum, um wie viel länger solche Kernkraftwerke laufen sollten, wäre eine Entscheidung, die man dann führen müsste, wenn man sich grundsätzlich darauf einigen könnte", sagte der Sprecher von Glos, Steffen Moritz. "Ein wesentlicher Vorteil der Kernenergie ist die praktisch CO2-freie Stromerzeugung." Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte für die Atomkraft als Übergangstechnologie geworben, solange erneuerbare Energiequellen nicht ausreichten. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, den bereits von der rot-grünen Vorgängerregierung vereinbarten Atomausstieg nicht zu stoppen. (tso/dpa)

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