Kernenergie : Jüttner wettert gegen Betreiber des Atombergwerks Asse

Jahrzehntelange Irreführung von Politik und Öffentlichkeit - der niedersächsische SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner greift die Betreiber des Atommülllagers Asse II scharf an. Umweltminister Gabriel will die Sicherheit der Anlage prüfen lassen.

Hamburg "Vor Ort hat man immer erzählt, dass mit der Asse alles in Ordnung ist und hier nur Versuche vorgenommen werden. Im Nachhinein hat man aber den Eindruck, dass von Anfang an geplant war, in der Asse ein Endlager zu errichten", sagte Jüttner der "Financial Times Deutschland". "Hier ist von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt worden."

Jüttner betonte: "Bei der Endlagerung reden wir über eine Langzeitsicherheit von mindestens 100.000 Jahren. Jetzt stellt sich aber heraus, dass der Betreiber nicht einmal in der Lage ist, Garantien für 30 Jahre einzuhalten." Von einem Forschungsbetrieb könne nicht die Rede sein. "Da ist von 1965 bis 1978 der gesamte atomare Müll Deutschlands verbracht worden." Jüttner forderte zu prüfen, ob der radioaktive Abfall aus der Asse wieder zurückgeholt werden könne.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte vor der Veröffentlichung eines Statusberichts am Dienstag eine umfassende Aufklärung und setzte die Helmholtz-Gesellschaft unter Druck, die das Bergwerk betreibt. "Die Frage nach hinreichender Fachkunde und Zuverlässigkeit des Betreibers muss geklärt werden", sagte er dem Blatt. "Wir erwarten Klarheit darüber, was in der Asse alles eingelagert wurde." Gabriel verlangte: "Es müssen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitssituation in der Asse geprüft beziehungsweise durchgeführt werden. Ziel aller Bemühungen muss es sein, die Bevölkerung vor Ort zu schützen und Vertrauen in das Handeln der Verantwortlichen zurückzugewinnen." (mfa/ddp)

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