Kernenergie : Vattenfall hält Akws Krümmel und Brunsbüttel für sicher

Der Abschlussbericht der vom Energiekonzern Vattenfall eingesetzten Expertenkommission zu den Schnellabschaltungen der Akws Brunsbüttel (nach einem Kurzschluss) und Krümmel (nach einem Trafobrand) ist vorgestellt worden – Umweltschützer haben ihn sofort scharf kritisiert.

Dieter Hanisch

Hamburg - Umweltschützer werfen dem Betreiber der seit Monaten stillstehenden schleswig-holsteinischen Akws vor, sich ein atomfreundliches Gremium verpflichtet zu haben. Vattenfall spricht dagegen von einer sachkundigen Runde. Diese betonte, dass die Reaktoren „in ihrer Konzeption und ihrer sicherheitstechnischen Ausstattung einem modernen Stand entsprechen“. Ferner plädierte die Kommission dafür, nach Umsetzung von Kurzfristmaßnahmen die Akws zügig wieder anzufahren.

Diese Auffassung wird durch die staatliche Reaktoraufsicht nicht geteilt. Die zuständige Kieler Ministerin Gitta Trauernicht (SPD) betonte, dass der Bericht „in keiner Weise die aktuell aufgetretenen Probleme um Dübel oder Risse in Armaturen“ berücksichtige. Von beiden Seiten hieß es, bis Jahresende sei nicht mehr damit zu rechnen, dass beide Anlagen wieder ans Netz gehen.

Die Kommission sprach sich für eine Optimierung bei der Schulung des Personals am Simulator aus. Auch in der internen wie externen Kommunikation hatte sie Mängel festgestellt. Eine Art „Blackbox“ in der Leitwarte wird allerdings nicht als notwendig erachtet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zieht derweil den geplanten Atomausstieg in Zweifel. „Wir haben da Weichen gestellt, die zumindest uns Schwierigkeiten bereiten werden“, sagte sie auf dem Steinkohletag in Essen. Sie verwies auf die Klimaschutzziele der Bundesregierung, wonach der Ausstoß von Kohlendioxid in den kommenden Jahren drastisch sinken soll. Dieter Hanisch

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