Kerry und Lawrow in Genf erwartet : Fortschritte im Atomstreit mit dem Iran

Die Atomverhandlungen mit dem Iran nehmen Tempo auf. Sowohl Russlands Außenminister Sergej Lawrow als auch sein US-Kollege John Kerry werden persönlich in Genf erwartet. Dies könnte auf eine Annäherung hindeuten.

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John Kerry und Sergej Lawrow werden bei den Atomverhandlungen in Genf erwartet.
John Kerry und Sergej Lawrow werden bei den Atomverhandlungen in Genf erwartet.Foto: dpa

In die Atomverhandlungen mit dem Iran kommt offenbar Bewegung. Am Freitagnachmittag meldeten westliche Nachrichtenagenturen aus Moskau, dass der russische Außenminister Sergej Lawrow auf dem Weg zu den Gesprächen in Genf sei. US-Außenminister John Kerry reist ebenfalls erneut nach Genf. Kerry werde noch am Freitag abfliegen, sagte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki in Washington. Der Außenminister habe sich nach Beratungen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton entschieden, persönlich für die USA bei den sogenannten 5+1-Gesprächen zu verhandeln. Kerry wolle helfen, „die Meinungsverschiedenheiten zu verringern und einer Einigung näher zu kommen“, ergänzte Psaki.

Diplomaten betonten: Lawrow und Kerry würden nur dann vor Ort in die Gespräche eingreifen, wenn ein Abschluss wahrscheinlich sei. Die Außenminister der beiden Großmächte wollten bei der Besiegelung eines „historischen“ Abkommens über Irans Atomprogramm persönlich zugegen sein. Teherans mögliches Streben nach Nuklearwaffen hält die amerikanischen Regierungen seit Jahren in Atem.

Folgen nun Großbritannien, Deutschland und Frankreich?

Ein Eintreffen Kerrys und Lawrows in Genf dürfte auch die Außenminister Großbritanniens, Frankreich und Deutschlands dazu bewegen, sich auf den Weg zu den Iran-Gesprächen zu machen. Das Auswärtige Amt in Berlin konnte am Nachmittag noch nicht bestätigen, ob sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle in ein Flugzeug in Richtung Genf begibt oder nicht. An den Gesprächen beteiligen sich die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und China (Sechsergruppe) auf der einen und der Iran auf der anderen Seite. In den Gesprächen repräsentiert die EU-Außenpolitikchefin Catherine Ashton die Sechsergruppe.

Zu der letzten Runde der Genfer Iran-Gespräche vor zwei Wochen reisten die Außenminister der USA, Russlands, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands überraschenderweise an. Ihre Präsenz nährte Hoffnungen auf einen Durchbruch. Doch letztlich konnten sich die Sechsergruppe und der Iran nicht einigen. Im Prinzip wollen die Sechs den Iran in einem ersten Übereinkommen zum Einfrieren wesentlicher Teile seines Atomprogramms bewegen. Im Gegenzug würden einige internationale Sanktionen ausgesetzt oder gelockert. Später will man ein umfangreiches Abkommen erzielen. (mit AFP)

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