KERRY SCHMEICHELT : Großartige Deutsche

Mit teilweise emotionalen Worten versucht US-Außenminister John Kerry die Empörung der Deutschen über die Abhörpraktiken seiner Regierung zu dämpfen. „Ich liebe Deutschland“, sagte der unter anderem in Berlin aufgewachsene Sohn eines Diplomaten in der „Bild“-Zeitung. Kanzlerin Merkel sei stets eine „großartige Partnerin“ von US-Präsident Barack Obama. Trotz der Spannungen seien Themen wie das transatlantische Freihandelsabkommen oder der Umgang mit Syrien und dem Iran „zu wichtig, um nicht gemeinsam voranzuschreiten“. Der Politiker versprach eine schnelle Aufarbeitung der NSA-Affäre um die Abhöraktion gegen Merkel. Nach einem ersten Treffen in Washington solle es weitere Gespräche zwischen beiden Regierungen geben: „Wir werden weiter mit unseren deutschen Verbündeten daran arbeiten, diese Themen wirkungsvoll zu besprechen.“ In Berlin wurde Kerrys Signal aufmerksam zur Kenntnis genommen. Es sei positiv, dass der Außenminister nach den Vorfällen um Deutschland als Partner werbe, hieß es in Regierungskreisen. Wichtiger als freundliche Worte seien aber konkrete Zusagen der Amerikaner. Eine schärfere Tonart wählte der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele. Falls Kerry und die USA Deutschland wirklich lieben würden, sollten sie nicht versuchen, dessen Bürger mit „Süßholz-Geraspel einzulullen“, sondern die Spähaktionen aufklären und „umfassend reinen Tisch machen“.hmt

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