''Kesseltreiben'' : Hamburgs FDP-Chef zurückgetreten

Der Chef der hamburgischen FDP hat überraschend seinen Rücktritt erklärt. Er begründete dies mit einem "seit etwa drei Monaten andauernden Kesseltreiben einiger Funktionäre" gegen ihn. Der Parteivorstand wies die Vorwürfe zurück.

HamburgDer FDP-Chef und Spitzenkandidat für die Hamburger Bürgerschaftswahl im Februar 2008, Wieland Schinnenburg, ist von allen Parteiämtern zurückgetreten. Der Rücktritt sei für alle überraschend gekommen, sagte FDP-Sprecher Walter Pickardt. Neuer Spitzenkandidat sei nun automatisch Hinnerk Fock, die bisherige Nummer zwei der Landesliste und ehemaliger Bezirksamtschef von Altona. Zudem soll Fock am Sonntag auf einem außerordentlichen Landesparteitag zum neuen Vorsitzenden der Hamburger FDP gewählt werden.

Schinnenburg begründete seinen Rücktritt mit einem "seit etwa drei Monaten andauernden Kesseltreiben einiger Funktionäre" gegen ihn und andere "Leistungsträger" der Partei. Eine Diskussion um die Verwendung von Spendengeldern im Bürgerschaftswahlkampf habe schließlich am Montagabend "das Fass zum Überlaufen gebracht", betonte der 48-Jährige. Seine Entscheidung sei "nicht aus heiterem Himmel gefallen". Parteisprecher Pickardt hingegen konnte zunächst keine konkreten Gründe für den Rücktritt Schinnenburgs nennen. Möglicherweise habe jedoch vereinzelte Kritik an dessen Konzept zur Bürgerschaftswahl zum Bruch mit der Partei geführt. Schinnenburgs Vorwürfe wies Pickardt zurück. Das sei eine subjektive Sicht. Zudem habe der Vorstand Schinnenburg stets unterstützt, sagte der Parteisprecher.

Schinnenburg ist seit 1981 FDP-Mitglied und wurde im Juli 2006 zum Chef der Hamburger FDP gewählt. Eine Rückkehr in die Politik schließt der Zahnarzt und Rechtsanwalt grundsätzlich nicht aus. Er bleibe FDP-Mitglied und sei bereit, die Partei im Bürgerschaftswahlkampf zu unterstützen. (mit ddp)

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