Politik : KFOR ergreift mutmaßlichen Mörder

PRIZREN/DEN HAAG (AFP). Britische Soldaten der Kosovo-Friedenstruppe KFOR haben einen Serben festgenommen, der 56 Menschen in Lipiale bei Pristina getötet haben soll. Der Mann sei am Freitag abend festgenommen worden, hieß es aus übereinstimmenden Quellen. Die KFOR bestätigte die Festnahme. Er wurde nach Angaben des internationalen Kriegsverbrechertribunals in Den Haag nicht auf Ersuchen des Tribunals festgenommen. Die Bundeswehr listete in ihrem Sektor im Südwesten des Kosovo die Namen von 854 Menschen auf, die von Serben verschleppt worden sein sollen. Es gebe auch Hinweise, wo einige von ihnen sich aufhalten könnten, sagte der KFOR-Kommandeur für die deutschen Truppen, General Fritz von Korff.

Deutsche KFOR-Soldaten haben unterdessen einen mutmaßlichen Folterkeller der albanischen Untergrundarmee UCK entdeckt. Wie von Korff mitteilte, führten drei Roma die Soldaten an den Ort in der von der Bundeswehr kontrollierten Stadt Prizren. Die Roma, die allesamt Verletzungen aufwiesen, hatten sich zuvor bei der KFOR gemeldet und angegeben, sie seien von der UCK mißhandelt worden. In dem Keller eines Gebäudes in Prizren, in dem sich etwa 130 UCK-Kämpfer eingenistet hatten, fanden die deutschen Soldaten Folterwerkzeuge. Die UCK-Leute seien alle unbewaffnet gewesen, sagte Korff.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben