Politik : Kidnapper in Türkei geben auf

Ankara - Zwei Luftpiraten haben am Samstag für mehr als vier Stunden ein türkisches Passagierflugzeug in ihre Gewalt gebracht. Nach einer Notlandung in Antalya und intensiven Verhandlungen mit den Behörden gaben die Entführer auf, wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf den stellvertretenden Gouverneur von Antalya berichtete. Das Flugzeug mit 136 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern an Bord war auf dem Weg von Zypern nach Istanbul. Bei den Kidnappern handelte es sich nach Angaben von Innenminister Osman Günes um einen Türken und einen mutmaßlichen Palästinenser mit syrischem Pass.

Die beiden Männer brachten die Maschine der Fluggesellschaft Atlas Jet kurz nach ihrem Start um 7.15 Uhr (6.15 Uhr MESZ) auf dem Flughafen von Ercan im türkischen Teil der Mittelmeerinsel Zypern in ihre Gewalt. Sie erklärten, zum internationalen Terrornetzwerk Al Qaida zu gehören und eine Bombe dabeizuhaben. Sie forderten, in den Iran oder nach Syrien weiterzufliegen. Die Piloten versicherten jedoch, die Maschine müsse dringend aufgetankt werden und setzten so eine Notlandung in der türkischen Mittelmeerstadt Antalya durch. Im Iran war bereits der Nationale Sicherheitsrat zusammengekommen, um über die Erteilung einer Landegenehmigung für Teheran zu beraten.

Die türkischen Behördenvertreter überredeten die Entführer, Frauen und Kinder freizulassen. Während diese durch den vorderen Ausgang des Flugzeugs ins Freie gelangten, brachen andere Passagiere die hintere Tür auf. Die meisten Geiseln konnten sich so befreien. Auch die Piloten entkamen durch ein Cockpit-Fenster.

Befreite Passagiere gaben an, die Luftpiraten seien zwischen 25 und 30 Jahre alt gewesen und hätten eine Mischung aus Arabisch, Englisch und Türkisch gesprochen. Sie hätten sich als Muslime bezeichnet und den Geiseln versprochen, ihnen nichts anzutun. Ein Mann sagte dem türkischen CNN, die Entführer hätten sich nicht aggressiv verhalten. „Sie sagten, sie wollten sich lediglich Gehör verschaffen.“ AFP/dpa

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