Politik : Killerspiele sollen künftig für Kinder unerreichbar sein

-

Berlin - Der Bund und die Länder wollen Kinder und Jugendliche künftig besser vor so genannten Killerspielen schützen. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und ihr nordrhein-westfälischer Amtskollege Armin Laschet (beide CDU) kündigten am Dienstag ein Sofortprogramm an, mit dem der Verkauf oder die Weitergabe gewaltbeherrscheter Trägermedien wie Computerspiele, Videos, DVD und Bücher an Jugendliche verboten werden soll. Bislang sind nur gewaltverherrlichende, aber nicht gewaltbeherrschte Medien indiziert. Die Änderungen des Jungendschutzgesetzes sollten voraussichtlicht noch in diesem Jahr verabschiedet werden, sagte von der Leyen.

Ihr Ziel wollen die beiden Politiker nicht nur durch eine Verschärfung des Jugendschutzgesetzes, sondern auch durch eine bessere Kennzeichnung von jugendgefährdenden Medien, bessere politische Abstimmung und durch eine stärkere Information und Aufklärung von Eltern und Erziehungsberechtigten erreichen.

Die Alterskennzeichnung auf Medien soll künftig ähnlich deutlich wie auf Zigarettenschachteln erfolgen. „Die Hinweise können gar nicht groß genug sein, sie sind heute fast nur mit der Lupe zu lesen“, sagte die Ministerin. Zudem sollen die Kriterien für die Indizierung über die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien erweitert werden. Detaillierte „Mord- oder Metzelszenen“ oder die Belohnung von Gewaltanwendung sollen für ein Jungedverbot ausreichen.

NRW-Minister Laschet wandte sich indes gegen einen Vorstoß des Landes Bayern im Bundesrat, das Killerspiele künftig nicht nur für Jugendliche, sondern generell verbieten will. hmt

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben