Politik : Kinderärzte für Nachbesserung bei Prävention und Vorsorge-Untersuchungen

aho

Die Kinder- und Jugendärzte fordern Änderungen bei der bevorstehenden Gesundheitsreform. Wie Klaus Gritz, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, am Montag in Berlin sagte, lehne seine Organisation die Reform nicht völlig ab. Jedoch müsse Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) bei Prävention und Vorsorge-Untersuchungen nachbessern. Für viele Kinderärzte habe sich inzwischen die Arbeitsweise verändert. Angesichts verbesserter Lebensumstände und medizinischer Fortschritte würden sie immer weniger die Kinder behandeln, statt dessen würden sie verstärkt vorbeugen und so viele Krankheiten vermeiden. Die geplante Gesundheitsreform allerdings würde "dieses Thema aussparen", sagte Britz, obwohl durch Prävention "Milliarden Mark jährlich eingespart" würden. Beispielsweise hätte die sogenannte Fluoridprophylaxe - dabei werden den Kinder Fluoridtabletten verabreicht - dazu geführt, dass die Karies bei Kindern und Jugendlichen um bis zu 70 Prozent gesunken sei. So konnten 15 Milliarden Mark eingespart werden, die sonst für Zahnarzt-Behandlungen fällig gewesen wären.

Britz forderte, dass im Rahmen der Gesundheitsreform bei Kindern zwischen drei und acht Jahren zusätzliche Vorsorge-Untersuchungen und weitere Prävention eingeführt werden. Beispielsweise könnte eine konsequente Jodprophylaxe Schilddrüsenkrankheiten vermeiden. Dazu müssten allerdings die rechtlichen Hürden für eine generelle Jodierung von Trinkwasser beseitigt werden.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben