Kinderbetreuung : Schwesig sucht mehr Geld für Kitas

Die Bundesfamilienministerin will die Qualität der Kinderbetreuung bundesweit vereinheitlichen. Die Länder sind noch skeptisch. Unklar bleibt, wie die Kosten für das Milliardenprojekt gedeckt werden können.

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Manuela Schwesig stellte am Donnerstag auf der Bund-Länder-Konferenz den Bericht "Kita 2020" vor.
Manuela Schwesig stellte am Donnerstag auf der Bund-Länder-Konferenz den Bericht "Kita 2020" vor.Foto: dpa

Bund und Länder wollen die Qualität der Kinderbetreuung in Deutschland verbessern. Auf dieses Ziel hat sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Bundesländern am Donnerstag verständigt. Zum Abschluss der ersten Bund-Länder-Konferenz zum Thema sagte Schwesig in Berlin, nötig seien „gute Standards“. Kinder müssten „bundesweit die gleichen Entwicklungs- und Bildungschancen haben“.

Vor allem die Qualität der Betreuer soll sich verbessern

Wissenschaftler, Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften fordern seit langem ein bundesweit gültiges Qualitätsgesetz, da bei der Kinderbetreuung die Ausgangslage von Bundesland zu Bundesland völlig unterschiedlich ist. In der Debatte geht es unter anderem um den Personalschlüssel. In westlichen Bundesländern werden in der Regel weniger Kinder von einer Kraft betreut als in den neuen Ländern, wo öffentliche Betreuungsangebote eine lange Tradition haben. Auch die unterschiedliche Qualifikation der Betreuer gilt als Problem. In den alten Ländern wurden beim Kita-Ausbau in den vergangenen Jahren häufig unqualifizierte Kräfte eingestellt.

Die Länder fordern mehr finanzielles Engagement des Bundes

Bislang zeigten sich die Länder skeptisch bis ablehnend gegenüber bundeseinheitlichen Standards für Kinderbetreuung. Im Vorfeld der Konferenz hatte Bayern sogar erklärt, es sei unrealistisch, dass sich die Qualität der Kinderbetreuung verbessere, wenn sie vereinheitlicht werde. Ein klares Bekenntnis zu bundeseinheitlichen Standards enthält die Erklärung vom Donnerstag deshalb nicht. In einem ersten Schritt verständigten sich Bund und Länder aber darauf, „konkrete Ziele zur Sicherung und Weiterentwicklung von Qualität“ zu erarbeiten.

Die Länder erklärten, sie erwarteten vom Bund „ein stärkeres und dauerhaftes Engagement“ bei der Finanzierung der Kindertagesbetreuung. Eine bundesweite Qualitätsoffensive kostet nach Angaben aus Fachkreisen fünf Milliarden Euro. Schwesig zufolge stellt der Bund jedes Jahr mehr als 800 Millionen Euro für den Qualitätsausbau zur Verfügung. Hinzu kommen rund 500 Millionen Euro in der Legislaturperiode für die Sprachförderung. Man werde es nur schaffen, mehr „Geld locker zu machen“, wenn sich alle Beteiligten über gemeinsame Standards einig seien, sagte sie. (mit epd)

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