Kindergelderhöhung : SPD kritisiert CSU-Vorschlag als Wahlkampfmanöver

Im kommenden Jahr sollen Eltern mehr Kindergeld bekommen. Darüber sind sich Union und SPD einig. Über Höhe wollten sie eigentlich im Herbst entscheiden. Nun ist CSU-Experte Singhammer vorgeprescht - und die SPD glaubt zu wissen, warum.

DortmundDie stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Christel Humme hat Überlegungen der Union für eine gestaffelte Kindergelderhöhung zurückgewiesen. "Jedes Kind sollte uns gleich viel wert sein", sagte Humme der Zeitung "Ruhr Nachrichten". Das Modell der Union benachteilige die Mehrheit der Familien in Deutschland. Neun von zehn Familien und 94 Prozent der Alleinerziehenden hätten ein oder zwei Kinder, sagte Humme.

Der familienpolitische Sprecher der Union im Bundestag, Johannes Singhammer (CSU), hatte ein Modell vorgeschlagen, das für das erste und zweite Kind eine Erhöhung von je zehn Euro bedeuten würde. Für das dritte Kind soll es 20 Euro mehr und ab dem vierten 50 Euro mehr geben. "Der Vorschlag der Union ist sehr teuer. Und er ist wohl vor allem dem bayerischen Wahlkampf geschuldet", sagte Humme weiter. In Bayern stehen am 28. September Landtagswahlen an.

Die SPD sei nicht grundsätzlich gegen eine Kindergelderhöhung, "aber gegen eine zu starke Staffelung". Die SPD-Familienpolitikerin betonte, es gebe in der großen Koalition einen klaren Fahrplan für die Entscheidungen über die anstehende Kindergelderhöhung. "Wir haben gemeinsam verabredet, den Existenzminimumbericht abzuwarten - und dann wird ein Konzept erarbeitet, nicht vorher", sagte Humme. Der Bericht ist kommt im Herbst. (sf/AFP)

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