Kinderhilfswerk : Spendenskandal bei Unicef weitet sich aus

Das Kinderhilfswerk Unicef hat offenbar viel mehr Spendengelter für externe Berater ausgegeben, als bisher bekannt. Ein Personalberater soll 22.300 Euro bekommen haben, um einen einzigen neuen Mitarbeiter zu finden.

Frankfurt/MainWie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, werden in internen Berichten acht Beraterverträge und zehn Vereinbarungen über zum Teil hohe Summen aufgelistet. So habe Unicef Deutschland einem Headhunter 22.300 Euro gezahlt, um einen einzigen neuen Mitarbeiter zu finden. Seit 2004 habe die Organisation an den Berater insgesamt 94.500 Euro gezahlt. Eine Firma, die bis Juni 2007 für die Einführung eines Intranets 52.000 Euro erhalten habe, soll laut Kostenübersicht 2008 weitere 180.000 Euro bekommen.

Anfang des Monats hatte der Vorstand von Unicef Deutschland auf einer Sondersitzung eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Untersuchung der Vorwürfe beauftragt, Geschäftsführer Dietrich Garlichs habe Spendengelder nicht sachgerecht verwendet. Das Ergebnis soll im Januar vorliegen und dann bekannt gegeben werden. Aufgrund entsprechender Medienberichte hatte die Kölner Staatsanwaltschaft wegen des "vagen Anfangsverdachts" der Untreue Ermittlungen gegen Garlichs aufgenommen. (svo/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben