Kinderporno-Verdacht : Tauss verzichtet auf neue Bundestagskandidatur

Der unter Kinderporno-Verdacht stehende SPD-Abgeordnete Jörg Tauss zieht seine erneute Kandidatur für den Bundestag zurück. Tauss beklagt, dass er "regelrecht gemobbt" werde.

KarlsruheDer unter Kinderpornografie-Verdacht stehende SPD-Abgeordnete Jörg Tauss tritt bei der Bundestagswahl im September nicht erneut an. "Ja, es stimmt, ich werde nicht mehr antreten", sagte Tauss am Donnerstag zu "Bild.de". Aus der SPD-Landtagsfraktion werde er "regelrecht gemobbt", beklagte sich Tauss. "Mit solchen Leuten im Rücken kann man keinen Bundestagswahlkampf führen", sagte der 55-Jährige. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt wegen Besitzes von kinderpornografischen Materialien gegen Tauss.

Ursprünglich wollte der SPD-Politiker seine Entscheidung über sein Bundestagsmandat von einem Treffen der Ortsvereinsvorsitzenden am Donnerstagabend in seinem Wahlkreis Karlsruhe-Land abhängig machen. Der Druck aus der eigenen Partei war zuletzt aber immer größer geworden.

Tauss hält sich weiter für unschuldig: Er habe das bei ihm beschlagnahmte Material im Zusammenhang mit seinen Recherchen als Abgeordneter und SPD-Medienexperte genutzt. Er beklagte sich gegenüber "Bild.de" über die "Vorverurteilung" der Öffentlichkeit. Diese mache "jeden Erfolg im Wahlkampf" zunichte. "Die Belastungen sind zu groß und vor allem die Attacken von außen, leider auch aus den eigenen Reihen, sind zu groß", sagte Tauss.

Aus der SPD-Landtagsfraktion waren zuletzt immer wieder Aufforderungen gekommen, Tauss dürfe nicht erneut als Bundestagskandidat antreten. "Ich hätte mir gewünscht, dass vor dem Hintergrund der Unschuldsvermutung auch unsere Landtagsfraktion gesagt hätte: Wir warten das Ende der Ermittlungen ab", sagte Tauss. (jam/dpp)

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