Politik : Kirch-Pleite: Banken geben jetzt Geld für Neuanfang

mot/asi

Die Ära des Medienunternehmers Leo Kirch ist am Montag mit dem Insolvenzantrag der Kirch-Media GmbH beim Amtsgericht München zu Ende gegangen. Die Gläubigerbanken, bei denen die Kirch-Gruppe mit mindestens 6,5 Milliarden Mark verschuldet ist, erklärten sich bereit, frisches Geld für den Neustart zur Verfügung zu stellen. Gesucht werden aber weiterhin zahlungskräftige Investoren. Im Gespräch sind weiterhin die Medienunternehmer Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi, aber auch der Axel-Springer-Verlag.

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Der vorläufige Kirch-Media-Geschäftsführer und Sanierungsexperte Wolfgang van Betteray kündigte an, dass große Teile des Unternehmens mit 6000 Arbeitsplätzen erhalten bleiben könnten. Die Übertragungen der Bundesliga und der Fußball-WM seien nicht gefährdet. Dennoch will die Deutsche Fußball-Liga am Donnerstag mit allen Vereinen der 1. und 2. Bundesliga über die Situation beraten. Commerzbank-Vorstand Wolfgang Hartmann betonte, die Insolvenz bedeute keinen Endpunkt, sondern einen Wendepunkt. Verwirrung herrschte über einen Insolvenzantrag von Kirchs Bezahlfernsehen Premiere. Van Betteray kündigte ihn zunächst an, vom Unternehmen wurde dies aber dementiert.

Im Zusammenhang mit der Kirch-Pleite griff Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) seinen Kontrahenten im Bundestagswahlkampf scharf an. Das Engagement der Bayerischen Landesbank und des Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) sei "fragwürdig" und "ein Zeichen wirtschaftspolitischer Inkompetenz", sagte Schröder am Montag in Berlin. Er forderte Stoiber auf, sich zu seiner Verantwortung für die Pleite zu bekennen. Es sei "menschlich unanständig", wenn man zwischen sich und alte Freunde (Kirch) einen "Feuerschweif" ziehe.

Nach der Präsidiumssitzung der SPD kündigte Schröder an, die Kirch-Pleite und die Rolle Stoibers würden im Wahlkampf seiner Partei eine Rolle spielen. CDU-Chefin Angela Merkel wies die Angriffe zurück. Sie zeugten "von einer zunehmenden Nervosität des Kanzlers". Gleichwohl gab Merkel zu, nicht zu wissen, "ob politische Fehler in der Sache Kirch gemacht wurden".

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