Kirche : EKD-Synode bejubelt Huber

Mit minutenlangen stehenden Ovationen hat die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland am Sonntag Bischof Wolfgang Huber verabschiedet. Er hatte sechs Jahre lang das Amt des EKD-Ratsvorsitzenden inne, das höchste evangelische Kirchenamt.

Claudia Keller

Ulm - Mit minutenlangen stehenden Ovationen hat die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Sonntag Bischof Wolfgang Huber verabschiedet. Er hatte sechs Jahre lang das Amt des EKD-Ratsvorsitzenden inne, das höchste evangelische Kirchenamt. Mit 67 Jahren tritt er in den Ruhestand, am Dienstag und Mittwoch wählen die 126 Kirchenparlamentarier seinen Nachfolger.

In seinem letzten Ratsbericht forderte Huber die neue Bundesregierung auf, besondere Aufmerksamkeit auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit zu legen, zum Beispiel auf die Gerechtigkeit im Gesundheitswesen. Um kommende Generationen vor Hypotheken zu schützen, müsse auch ein überzeugendes Konzept zum Schuldenabbau gefunden werden.

Was den innerkirchlichen Reformprozess angeht, gestand Huber Fehler ein. „Manchmal wurden Entscheidungen zu schnell gefällt, Stimmen übergangen, Widerstände unterschätzt.“ Der Reformdruck sei nach wie vor groß; die Prognose, wonach die evangelische Kirche bis 2030 mit einem deutlichen Rückgang der Mitgliederzahl und des Finanzaufkommens rechnen muss, sei „keineswegs entkräftet“.

Selbstkritisch äußerte sich Huber auch zum Verhältnis zur katholischen Kirche. Er und der scheidende Rat der EKD hätten das ökumenische Miteinander „nicht nur gefördert, sondern auch behindert“. Vor kurzem hatte ein internes EKD-Papier zur Verstimmung zwischen den Kirchen geführt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bekräftigte in einem Grußwort in Ulm, dass das Vertrauen wieder hergestellt sei. Claudia Keller

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