Politik : Kirche ist für Zumutungen

Sekretär der Bischofskonferenz fordert Opfer von Arbeitnehmern

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Berlin (Tsp). In der Debatte um Sozialreformen und künftige Arbeitsmarktpolitik hat jetzt auch die katholische Kirche Einschränkungen bei Arbeitnehmern verlangt. „Vielleicht müssen auch Arbeitsplatzbesitzer mehr bereit sein, Zumutungen anzunehmen“, sagte der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, dem Tagesspiegel. So sei etwa über Tariflöhne und Kündigungsschutz nachzudenken. Langendörfer kritisierte die geplanten Sozialreformen als unzureichend. „Die vorgelegten Reformen reichen mit Sicherheit nicht aus, um den drängenden Herausforderungen zu begegnen“, sagte er.

Die Leistungen der Arbeitslosenversicherung könnten die Arbeitslosigkeit heute zum Teil mehr verfestigen, als dass sie einen Weg aus der Arbeitslosigkeit bahnten, sagte Langendörfer. Dagegen müsse die Arbeitsmarktpolitik fördernde und fordernde Anreize setzen. Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte in Berlin: „Es gibt keine Volkswirtschaft, die so viel Geld gegen die Arbeitslosigkeit einsetzt wie wir. Und keine ist so erfolglos wie wir.“

In der Gerechtigkeitsdiskussion der Parteien nannte der SPDSozialpolitiker Ottmar Schreiner Verteilungsgerechtigkeit „einen Wert an sich“. Ungleichheit erschwere eine Lösung der Beschäftigungskrise. Schreiner erwartet Streit innerhalb seiner Partei, „weil erkennbar versucht wird, die Teilhabe-Aspekte an Arbeit und Bildung auszuspielen gegen die Verteilungsgerechtigkeit“, sagte er der „Welt am Sonntag“.

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