Kirchentag : Merkel mobilisiert die Massen

Von Heiligendamm nach Köln: Bundeskanzlerin Angela Merkel lockte bei ihrem Kirchentags-Auftritt zahlreiche Besucher an. Sie verteidigte die Beschlüsse des G-8-Gipfels.

Merkel auf Kirchentag
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Friedensnobelpreistraeger Muhammad Yunus.Foto: ddp

KölnBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Besuch des Evangelischen Kirchentags in Köln die Ergebnisse des G8-Gipfels verteidigt. "Wir sind nach diesem Gipfel einen Schritt weiter als vorher", sagte Merkel. Dies sei aber nur "ein Schritt von ganz vielen", die noch folgen müssten.

Merkel warnte gleichzeitig vor westlicher Überheblichkeit im Umgang mit afrikanischen Ländern gewarnt. "Wir können unmöglich Afrika mit unserer europäischen Erfahrung etwas aufdrängen", sagte sie bei einer Podiumsdiskussion mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammed Yunus. Gleichzeitig forderte Merkel soziale und ökologische Mindeststandards. "Globalisierung kann nur gelingen, wenn es soziale Mindeststandards gibt und Mindeststandards bei der Umwelt, und die müssen wir durchsetzen", sagte die Kanzlerin einen Tag nach dem G8- Gipfel von Heiligendamm.

Merkel hatte mit ihrem Auftritt beim Kirchentag die Massen mobilisiert. Der Veranstaltungsort auf dem Kölner Messegelände war überfüllt, auch vor den Eingängen zu der Halle drängten sich hunderte Menschen. Die Podiumsdiskussion geriet kurzzeitig ins Stocken, als etwa ein Dutzend Besucher per Megafon ein Lied anstimmten. Die Störer wurden vom Publikum ausgebuht und von Ordnern aus dem Saal geleitet. (mit dpa und ddp)

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