Politik : Kirchhof: Ministerien rechnen falsch Experte verteidigt sein Steuermodell

-

(dpa). Der Steuerexperte Paul Kirchhof hat Kritik aus den Finanzministerien von Bund und Ländern an seinem Steuerreform Modell zurückgewiesen. Statt der angeblichen Finanzierungslücke von 42 Milliarden Euro führe sein Steuerkonzept zu keinen Einnahmeausfällen für den Staat, stellte Kirchhof am Mittwoch in Berlin klar. Auch gebe es keine negativen Verteilungswirkungen. Vielmehr seien vor allem Familien Gewinner. „Mein Modell rechnet sich und ist sozial gerecht“, sagte der frühere Verfassungsrichter und warf den Beamten von Bund und Ländern schwere Berechnungsmängel vor.

Die Steuerabteilungen der Finanzministerien hatten kürzlich alle Konzepte von Parteien und Wissenschaftlern als nicht finanzierbar und sozial unausgewogen eingestuft. Das am weitesten gehende Modell von Kirchhof, das nur einen linearen Steuersatz von 25 Prozent auf alle Einkommen und die Abschaffung aller Ausnahmen vorsieht, schnitt mit Ausfällen im ersten Jahr von 42,8 Milliarden Euro besonders schlecht ab. Laut Kirchhof beruhen die Berechnungen aber auf falschen Annahmen etwa bei Steuervorauszahlungen sowie auf „unverständlich pessimistischen Schätzungen“. Wirkungen von eingeschränktem Verlustausgleich, der Besteuerung von Aktienspekulationen, von Grundstücksveräußerung und Vereinfachungspauschale etwa würden unrealistisch gering eingeschätzt.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar