Kirgistan : Giftanschlag auf Regierungschef

Auf den Regierungschef der ehemaligen Sowjetrepublik Kirgistan in Zentralasien ist ein Giftanschlag verübt worden. Almasbek Atambajew war offenbar zwei Tage bewusstlos, nachdem er vergiftetes Wasser getrunken hatte.

BischkekIm zentralasiatischen Kirgistan hat sich der Verdacht eines Giftanschlags auf den von der Opposition an die Regierungsspitze gewechselten Politiker Almasbek Atambajew erhärtet. Vorläufige Ergebnisse einer Untersuchung durch türkische Mediziner hätten bestätigt, dass er Mitte Mai vergiftet worden sei, sagte Atambajew der Agentur Akipress in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Der Regierungschef äußerte den Verdacht, dass der Anschlag auf seine Gesundheit aus politischen Motiven verübt wurde.

Der Regierungschef der früheren Sowjetrepublik hatte Ende Mai von einem Anschlag berichtet, der auf ihn verübt worden sei. Zwei Tage sei er bewusstlos gewesen, nachdem ihm am 11. Mai während der Arbeit im Regierungssitz vergiftetes Wasser gereicht worden sei. "Ich hoffe, dass unsere Politiker in Zukunft von solchen Methoden der Auseinandersetzung absehen", sagte Atambajew, ohne einen konkreten Verdacht zu äußern. In den folgenden Wochen habe Atambajew nur mit Schwierigkeiten sprechen können und sich beim Gehen auf seine Leibwächter stützen müssen, berichteten Augenzeugen.

In der zentralasiatischen Republik kämpfen die Eliten seit dem Sturz von Präsident Askar Akajew im Jahr 2005 um die Macht. Der frühere Oppositionspolitiker Atambajew war erst Ende März von Präsident Kurmanbek Bakijew zum Regierungschef ernannt worden. Bakijew wollte nach Einschätzung von Beobachtern mit dieser umstrittenen Personalentscheidung seine Gegner spalten. (mit dpa)

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