Politik : Kiste voller Köpfe im Irak entdeckt

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Bagdad - Die Serie der bestialischen Morde im Irak reißt nicht ab. Am Dienstag fand die Polizei in Bakuba einen Sack mit neun abgetrennten Menschenköpfen. Der Sack lag in einem Karton mitten auf einer Hauptstraße. Nach Angaben der Polizei konnten die Opfer zunächst nicht identifiziert werden. In Bakuba waren bereits am Samstag acht einzeln in Tüten verpackte Köpfe gefunden worden.

Der Präsident der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, Massud Barsani, sagte der Zeitung „Al Scharq Al Awsat“, die irakischen Kurden hätten Stabilität erreicht, weil sie aus dem „Teufelskreis der Vergeltung“ ausgebrochen seien. „Unsere Brüder im restlichen Irak haben diesen Schritt noch nicht vollzogen, stattdessen pflegen sie eine Kultur der Rache“, sagte Barsani, dessen Parteimiliz einst gegen die Truppen seines früheren Rivalen, Kurdenführer Dschalal Talabani, gekämpft hatte.

Der irakische Ministerpräsident indes, Nuri el Maliki, hat am Dienstag eine nationale Versöhnungsstrategie nach südafrikanischem Vorbild angekündigt. Als eine erste Maßnahme würden 2500 irakische Gefangene entlassen –aus irakischen Gefängnissen wie aus US-Militärhaftanstalten. Diese seien fälschlicherweise eingesperrt worden oder hätten „ihre Ansichten geändert“. Auch solle eine Wahrheits- und Versöhnungskommission zur gesellschaftlichen Eingliederung früherer Mitglieder der Baath-Partei eingerichtet werden. Das Verteidigungsministerium kündigte die Entwaffnung der Zivilbevölkerung in Bagdad und Umgebung an.

Am Dienstag wurden wieder mehr als ein Dutzend Menschen Opfer von Attentaten. Keine Spur gibt es von den rund 50 Irakern, die am Montag von Entführern in Polizeiuniformen aus einem Reiseunternehmen verschleppt worden waren. Von den vier entführten russischen Diplomaten fehlt auch jede Spur .AFP/dpa

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