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Kita-Ausbau : Wo gibt es die größten Lücken?

07.11.2012 00:05 Uhrvon

Die Länder können aller Voraussicht nach bis 2013 den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung nicht erfüllen. Zwischen Ost- und West gibt es dabei ein großes Gefälle.

Ab dem 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder unter drei Jahren. 780 000 Kita-Plätze wollten Bund, Städte und Kommunen bis zu diesem Datum für die ganz Kleinen zur Verfügung stellen. Doch nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gibt es für die Null- bis Dreijährigen in Deutschland nach wie vor noch nicht genügend Plätze in Kindergärten oder Tagespflegestellen.

Wie ist der beschlossene Kita-Ausbau in Deutschland vorangeschritten?

Zum Stichtag 1. März 2012 wurden in Deutschland 558 000 Kinder unter drei in Kindergärten oder in Tagespflegeeinrichtungen betreut.

Das gesteckte Ziel von 780 000 Plätzen wird damit um 220 000 verfehlt. Für den weiteren Ausbaubedarf bedeutet das laut Statistischem Bundesamt, dass in den kommenden neun Monaten mehr zusätzliche Kindergartenplätze geschaffen werden müssten als in den vergangenen vier Jahren insgesamt.

Wie war die Betreuungssituation der unter Dreijährigen zum betrachteten Stichtag in den einzelnen Bundesländern?

Eines fällt bei Betrachtung der Statistik sofort ins Auge: In Sachen Kinderbetreuung gibt es Deutschland ein starkes Ost-West-Gefälle. In allen ostdeutschen Bundesländern liegt die Betreuungsquote in dieser Altersgruppe bei mehr als 45 Prozent, wobei Sachsen-Anhalt mit 57,5 Prozent an der Spitze liegt. Berlin rangiert mit einer Quote von 42,6 Prozent auf dem sechsten Platz und hat damit den bundesweiten durchschnittlichen Planungswert von 39 Prozent bereits überschritten. Westdeutschland schneidet bei der Betreuungsquote dagegen mit Ausnahme von Hamburg mit Werten unter 30 Prozent vergleichsweise schlecht ab. Am besten sieht es mit Quoten von 27 und 24,2 Prozent noch in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein aus. Dramatisch stellt sich die Lage in Nordrhein-Westfalen dar: Dort betrug die Betreuungsquote zum Stichtag 1. März 2012 nur 18,1 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland nur jedes fünfte Kind unter drei einen Kitaplatz hat.

Woher rühren die großen regionalen Differenzen?

Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass einige Bundesländer den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz bereits ab einem früheren Kindesalter einräumen als im derzeit gültigen Bundesgesetz. Danach besteht ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung erst ab drei Jahren. In Thüringen besteht schon jetzt ein Rechtsanspruch ab Vollendung des ersten, in Rheinland-Pfalz mit Vollendung des zweiten Lebensjahres, in Sachsen-Anhalt sogar bereits ab Geburt des Kindes. Darüber hinaus erklärt sich die höhere Betreuungsquote im Osten auch durch bereits vorhandene Infrastruktur, die noch aus DDR-Zeiten vorhanden war.

Bei den Drei- bis Fünfjährigen ist fast eine „Vollversorgung“ erreicht. 

Bei den Kindern zwischen drei und fünf ist die Lage aber auch insgesamt entspannter. Die Eltern von 1,9 Millionen Kindern konnten im März 2012 Kindertagesbetreuung in Anspruch nehmen. Das entspricht einer Betreuungsquote von 93,4 Prozent.

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Eine Recherchekooperation des Tagesspiegels mit dem ARD-Magazin "Fakt".

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