Kita-Streit : Gewerkschafter stimmen Kita-Tarifabschluss zu

Die Mitglieder von GEW und ver.di haben einem neuen Tarifvertrag zugestimmt. Die 220.000 Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste bekommen künftig rund 120 Euro mehr

Die Gewerkschaften ver.di und Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben dem neuen Tarifvertrag für kommunale Kindergärten und Sozialeinrichtungen zugestimmt. In einer Urabstimmung sprachen sich 84 Prozent der in der GEW organisierten Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiter für die Annahme des Tarifabschlusses aus. In der ver.di-Abstimmung stimmte jedoch nur eine relativ knappe Mehrheit von 55 Prozent für das nach langem Kampf errungene Ergebnis.

Die Tarifrunde für die 220.000 Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste zog sich in einem zähen Ringen über mehrere Monate hin und wurde bundesweit von Großdemonstrationen und wochenlangen Streiks in Kindergärten und Kindertagesstätten begleitet.

Im Detail sieht die Einigung vor, dass Erzieherinnen und Sozialarbeiter künftig durchschnittlich 120 Euro im Monat mehr erhalten. Außerdem vereinbarten beide Seiten einen neuen Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz. Künftig soll es einen Rechtsanspruch auf eine Gefährdungsanalyse für jeden Arbeitsplatz geben. Auch sind betriebliche Kommissionen zu diesem Thema vorgesehen. Dies teilte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, mit. Zugleich forderte er Bund und Länder auf, sich an den Kosten der Einigung, die er auf 500 bis 700 Millionen Euro bezifferte, zu beteiligen.

GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad sagte am Freitag: "Das Ergebnis zeigt, dass die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst einen realistischen Blick auf das hart erkämpfte Ergebnis haben". Ver.di- Verhandlungsführer Achim Meerkamp sagte zur knappen Zustimmung seiner Gewerkschaft: "Trotz vorhandener Kritik ist die Mehrheit der betroffenen Mitglieder für die Annahme dieses Ergebnisses." Was die Aufwertung der sozialen Berufe angehe, habe man "einen Einstieg geschafft".

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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