"Klartext" : Merkel will volle vier Jahre im Amt bleiben

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Spekulationen entgegengetreten, sie könne vorzeitig das Amt der Parteichefin aufgeben.

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ZDF-Chefredakteur Peter Frey (r) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in der ZDF-Sendung «Klartext». Foto: dpa
ZDF-Chefredakteur Peter Frey (r) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in der ZDF-Sendung «Klartext».Foto: dpa

Angela Merkel hat sich eindeutig darauf festgelegt, dass sie im Fall ihrer Wiederwahl sowohl als Kanzlerin als auch als CDU-Vorsitzende volle vier Jahre im Amt bleiben will. Sie habe die Auffassung vertreten, dass das Regierungs- und das Parteiamt zusammen gehörten, sagte Merkel am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Klartext“. Auch auf erneute Nachfrage der Moderatoren bekräftigte sie, sie trete für eine gesamte Wahlperiode „als Bundeskanzlerin und Parteichefin“ an. Merkel trat damit allen Spekulationen über einen möglichen vorzeitigen Amtsverzicht im Lauf der nächsten Legislaturperiode entgegen. Solche Gerüchte hatten schon vor der letzten Bundestagswahl die Runde gemacht. Hintergrund waren frühe Äußerungen Merkels aus einem Gespräch mit der Fotografin Herlinde Koelbl, dass sie nicht vorhabe, sich erst als „Wrack“ vom Wähler fortjagen zu lassen.

Schröders Fehler

Andererseits geht jeder davon aus, dass Merkel selbst eine nächste, vierte Amtszeit als ihre letzte betrachten würde. Daran knüpft sich die Überlegung, dass sie im Laufe der nächsten vier Jahre in einer Art Erbfolgeregelung einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin die Parteispitze vorzeitig überlassen könnte. Merkel hat allerdings selbst oft erzählt, dass sie es als großen Fehler ihres Vorgängers Gerhard Schröder empfunden hat, dass der den SPD-Vorsitz zuletzt an Franz Müntefering übergab. Auch frühere CDU-Kanzler haben sich immer gegen solche Machtteilungen gewehrt, weil sie fürchteten, dann in der verbleibenden Zeit nur noch als „lahme Ente“ von Gnaden der nächsten Generation agieren zu können.

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