Politik : Klartext mit Ansage

Möllemann lässt eine Abrechnung mit der FDP ankündigen und über die Gründung einer eigenen Partei spekulieren

Robert von Rimscha

Jürgen Möllemann schweigt. Noch. Dafür wird er kommende Woche gleich mehrfach sprechen. Denn es stehen ein Auftritt in der ARD-Talkshow „Gabi Bauer“, ein Vorabdruck aus seinem Buch „Klartext. Für Deutschland“ im „Stern“ und schließlich die Präsentation des Buches am 13. März in München an. Bis dahin also hat Möllemann sich selbst vorgenommen: „Zu Spekulationen über mein Buch und meine politischen Absichten äußere ich mich vorher nicht.“

Dafür hat sich die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ausführlich geäußert und am Donnerstag dem vermuteten Inhalt des Möllemann-Buches eine ganze Seite gewidmet. Doch nicht die Abrechnung des Geschassten mit der FDP, vor allem mit den Ehrenvorsitzenden Lambsdorff und Genscher, sorgte am Donnerstag für Aufregung. Im Zentrum stand die Frage, ob Möllemann tatsächlich eine eigene Partei gründen und mit dieser eventuell bereits bei der bayerischen Landtagswahl am 21. September antreten werde.

Der stellvertretende FDP-Chef Rainer Brüderle glaubt nicht an eine erfolgreiche Neugründung: „Selbst wenn Herr Möllemann dieses Vorhaben umsetzen sollte, hätte seine Partei null Chancen, sich zu behaupten.“ Zu der sicherlich viel beachteten Buchvorstellung in München meint der Pfälzer lakonisch: „Jeder hat das Recht zur freien Meinungsäußerung.“

Während die FDP-Spitze weiter keinen Anlass für einen Kommentar sieht, gibt die stellvertretende NRW-Landeschefin Ulrike Flach eine von Brüderle abweichende Einschätzung ab. Sie gehe davon aus, dass Möllemann erkenne, „dass er in der FDP keine Zukunft haben wird und dass er eine eigene Partei gründen wird“, sagt Flach.

Derweil läuft die Werbekampagne für Möllemanns Buch. Auf der Homepage des ehemaligen FDP-Bundesvize wird eine Streitschrift angekündigt, in der der Autor „kein Thema“ scheue, „ohne falsche Rücksichtnahme“ analysiere, den „grenzenlosen Zynismus“ des Politikbetriebes anprangere, die Parteipolitik als „heuchlerisch und verantwortungslos“ enttarne und „neue, höchst ungewöhnliche Wege“ weise. Das letzte der 47 Kapitel – darunter „Meine vier Kanzler“ und „Meine sieben Vorsitzenden“ – soll „Neue Wege braucht das Land“ heißen. Doch darüber, was dies genau heißt, soll wohl noch ein bisschen gerätselt werden.

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