Politik : Klaus Höpcke - einstiger stellvertretender DDR-Kulturminister

Andrea Hentschel

In der Wendezeit galt Klaus Höpcke - einst stellvertretender DDR-Kulturminister - als gefragter Gast bei Fernseh-Talkshows und Gesprächsrunden. Zehn Jahre nach dem Mauerfall hat sich der 65-Jährige von der politischen Bühne zurückgezogen.

Im September schied der PDS-Politiker aus dem Thüringer Landtag aus, dem er seit 1990 angehört hatte. Höpckes politische Karriere reicht zurück bis in die 60er Jahre und begann in der Leipziger Bezirksleitung der Jugendorganistion FDJ. In den 60er und 70er Jahren arbeitete der Journalist beim SED-Zentralorgan "Neues Deutschland", bevor er 1973 zum Vize-Kulturminister berufen wurde - verantwortlich für das Verlagswesen, darunter auch für die Druckerlaubnis von Büchern. Seine Maßregelungen von weniger genehmen DDR-Schriftstellern brachten ihm im Westen Kritik ein. Auch wird ihm eine aktive Rolle bei der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann zugeschrieben - was Höpcke stets zurückwies.

Als der Zusammenbruch der DDR bevorstand, holte ihn Honecker-Nachfolger Egon Krenz als Leiter der Kommission Kultur- und Wissenschaftspolitik in das SED-Parteipräsidium. Im Herbst 1989 war er an der Bildung der PDS beteiligt. Vom März bis Oktober 1990 war Höpcke Mitglied der letzten DDR-Volkskammer.

Mit der PDS begann seine zweite Karriere: Bei der Landtagswahl in Thüringen im Oktober 1990 kandidierte Höpcke als PDS-Spitzenkandidat und übernahm den Fraktionsvorsitz seiner Partei. Nach einem Jahr wurde er jedoch abgewählt; Höpcke war auch in der eigenen Fraktion umstritten. In den vergangenen fünf Jahren war er wissenschafts- und hochschulpolitischer Sprecher. Aus Altersgründen trat Höpcke nicht mehr für die PDS an.

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