Politik : Kleine Korrektur

Robert Birnbaum

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Leserinnen und Leser!

Bitte unbedingt zu- und aufhören!

Wir haben hier an dieser Stelle am Sonntag in, wir müssen es reumütig bekennen, leichtfertig satirischer Manier ein Pamphlet verfasst, das wir als Anzeige hinterlistig tarnten. Die Bayern-SPD, haben wir behauptet, suche einen Vorsitzenden. Das war besonders übel von uns, weil es ja stimmt, dass die Bayern-SPD wirklich bis dato erfolglos einen Vorsitzenden sucht. Obendrein haben wir die korrekte Adresse angegeben. Gewiss, wir haben uns bemüht, die Stellenbeschreibung nach unseren miesesten Möglichkeiten abschreckend zu formulieren. Aber vielleicht haben wir nicht dick genug aufgetragen? Vielleicht haben wir auch, man soll es ja nicht ausschließen, die Hilfsbereitschaft unserer Mitbürger unterschätzt?

Jedenfalls: Die Bayern-SPD hat Bewerbungen bekommen. Das hat die Bayern-SPD verblüfft, weil sie nicht wusste, warum. Also hat sie nachgeforscht. Es hat etwas gedauert, weil man trotz Internet auch heutzutage von München aus nicht auf Anhieb einen kleinen 40-Zeilen-Artikel in einer in Berlin produzierten Sonntagszeitung aufspüren kann. Aber die Bayern-SPD ist hartnäckig und hat uns gefunden. Und sie hat uns bei Halbwissen ertappt. Darum geben wir hiermit - reumütig, wie gesagt – allen kund und zu wissen: Erstens ist der Posten des Landesparteivorsitzenden der Bayern-SPD nach wie vor vakant. Zweitens ist, anders als von uns behauptet, das SPD-Parteibuch doch erforderlich. Drittens sollen bitte unsere Leserinnen und Leser aufhören, sich spaßeshalber zu bewerben. Der Job ist kein Spaß, sondern ehrenamtlich. Wer ihn auf sich nimmt, wird dafür nicht bezahlt.

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