Politik : Klimaanlagen laufen heiß

In den USA steigt der Ausstoß von Treibhausgasen

Dagmar Dehmer

Berlin - Die USA haben ihren Ausstoß an Treibhausgasen von 1990 bis 2004 um 15,8 Prozent erhöht. Das geht aus dem amerikanischen Bericht an das Klimasekretariat der Vereinten Nationen hervor, den das Außenministerium in Washington am Samstag veröffentlicht hat. Von 2002 bis 2012 erwarten die USA einen weiteren Anstieg der Treibhausgasemissionen um elf Prozent. In dem Bericht lobt die Regierung ihre vielfältigen Bemühungen, den Klimawandel aufzuhalten und den Ausstoß an Treibhausgasen zu bremsen.

2001 entschied der amerikanische Präsident George W. Bush den Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Protokoll, durch das der Welttreibhausgasausstoß bis 2012 im Vergleich zu 1990 um fünf Prozent sinken soll. Ein Jahr später gab er das Ziel bekannt, die Energieintensität der amerikanischen Wirtschaft bis 2012 um 18 Prozent zu senken. Der Einsatz von Energie pro Dollar des Bruttoinlandsprodukts soll sinken, die amerikanische Wirtschaft also energieeffizienter werden. Von 2000 bis 2005 sei die Energieintensität um elf Prozent gefallen, heißt es in dem Bericht.

Der amerikanische Beitrag zum Treibhauseffekt besteht zu 85 Prozent aus Kohlendioxid (CO2). Der CO2-Ausstoß steigt nach wie vor um etwa 1,3 Prozent jährlich, weil der Verkehr in den USA weiter wächst und weil mehr CO2 bei der Erzeugung von Strom freigesetzt wird. Das wiederum hängt unter anderem damit zusammen, dass die US-Bürger in immer größeren Häusern wohnen und diese bevorzugt im heißen Südwesten der USA bauen. Fast jedes Haus dort verfügt über eine Klimaanlage. Die USA seien deshalb noch immer die größten Produzenten und Konsumenten von elektrischem Strom, heißt es in dem Klimabericht.

Die wichtigste Energiequelle in den USA ist Erdöl. Etwa 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs werden mit Erdöl gedeckt. 23 Prozent steuern Erdgas und weitere 22 Prozent Kohle bei. Acht Prozent des Energiebedarfs werden durch Atomkraftwerke, weitere sechs Prozent durch erneuerbare Energien gedeckt.

Ausführlich geht der Bericht auf die freiwilligen technologischen Partnerschaften ein, die die USA mit anderen Ländern gemeinsam vorantreiben wollen. Über ihren Beitrag zur Einsparung von Kohlendioxid lässt sich aber offenbar noch nicht viel sagen. Zumindest enthält der Klimabericht keine Zahlen darüber. Zudem geht es darum, wie die USA sich an den Klimawandel anpassen können. Besonders problematisch ist dabei offenbar die Wasserversorgung für die wachsende Bevölkerung im amerikanischen Südwesten. Dagmar Dehmer

Der Report auf Englisch: http://www.state.gov/g/oes/rls/rpts/car/index.htm

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