Politik : Klimagipfel: "Moment der Wahrheit"

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Das Verhandlungstempo beim Klimagipfel in Bonn hat am Samstag stark zugenommen. Olivier Deleuze, belgischer Umweltminister und EU-Verhandlungsführer, sagte: "Jetzt ist der Augenblick der Wahrheit gekommen." Gipfel-Präsident Jan Pronk kündigte für den Abend ein Kompromisspapier an. Bei einer Zwischenbilanz am Samstagnachmittag zeichneten sich erste substanzielle Verhandlungsfortschritte ab.

Der Streit über die Finanzierung verschiedener Fonds, aus denen Entwicklungsländer unterstützt werden sollen, ist offenbar beigelegt. Bei der Frage, ob die Industrieländer ihre Klimaschutz-Verpflichtungen überwiegend zu Hause oder auch in anderen Ländern erbringen dürfen, gibt es ebenfalls Einigkeit. Die Reduzierung von Kohlendioxid zu Hause wird nunmehr als wichtig, aber nicht notwendig angesehen. Industriestaaten dürfen ihre Verpflichtungen also auch vollständig im Ausland erbringen. Nicht mehr umstritten ist auch, dass die Klimaschutz-Verpflichtungen rechtlich bindend sein sollen. Allerdings sollen die Sanktionen keinen strafenden Charakter haben. Keine Einigung zeichnet sich beim Hauptstreitpunkt Senken ab. Dabei geht es um die Frage, ob Wälder auf das Klimaschutz-Konto eines Industriestaates gutgeschrieben werden dürfen.

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